Aus den EXIF: 50mm | f/1.8 | 1/400 | ISO 100
Ich dachte immer, das Gute an Arbeit-Statt-Schule sei, dass man nach Hause kommt und man ist durch. Keine Hausaufgaben, nicht für Klausuren büffeln, keine Referate vorbereiten… wenn man zu Hause ist geht es aufs Sofa und nicht an den Schreibtisch. Und das ist meiner Meinung nach eine Traumvorstellung. Die leider nur bis zu einem gewissen Punkt stimmt. Ja… ich setz mich dann aufs Sofa. Aber wenn ich dann zum Schlafen ins Bett gehe fängt es an in meinem Kopf zu rattern.
Dann denke ich nach über dies und jenes… von nebensächlichen Gedanken darüber was das eine oder andere Kind getan oder gesagt hat über den nervigen Gedanken, dass ich ab nächster Woche wieder “Küchendienst” habe… bis hin zu solchen, die mir dann den Schlaf rauben. Am gaaanz Anfang hatte ich einem kleinen Kind, nachdem es über Halsschmerzen geklagt hatte, einen Bonbon gegeben, den ich dabei hatte weil ich selbst erkältet war. Und auf die Idee gekommen, zu fragen, ob ich das überhaupt darf bin ich erst hinterher – und ich durfte es natürlich nicht. Oder erst kürzlich die Frage, wie ich im Gespräch formulieren werde, dass es zwar durchaus nervig ist, wenn ich merke, dass die Kinder nicht mal nicht hören bei einem anderen Erzieher aber schon – ich aber denke, dass es schon viel besser klappt und man mich deshalb auch weiterhin mit ihnen alleine lassen kann.
Und jetzt bin ich eine Woche krank geschrieben und denke wieder über die Arbeit nach, weil ich wahrscheinlich noch eine Woche dran hängen muss, weil ich jetzt [vermute ich] auch was mit den Nasennebenhöhlen und leicht angeschwollene Mandeln habe und mir geraten wird, mich besser auszukurieren, nicht dass es so endet wie letztens und ich zwar nach ner Woche wieder hin gehe, dann aber auch wieder nach zwei Wochen flach liege. Womit sie ja alle auch Recht haben..aber ich fühle mich trotzdem blöd dabei, mich schon wieder krank zu melden.
Ich war ja erst letztens. Und jetzt die Woche. Und dann noch eine? Wer legt zusammen mit dem Kollegen die Kinder schlafen? Gewöhnen sie sich dann nicht daran und machen dann bei mir wieder mehr Ärger? Stellt sich vielleicht heraus, dass es ohne mich eh besser klappt? Ich war doch jetzt schon den halben November nicht da… sind die Kollegen dann nicht genervt? Sie sind ja eigentlich alle ganz nett alle da, und reißen mir schon nicht den Kopf ab. …Aber gerade deswegen will ich es mir auch nicht mit ihnen verscherzen. Der andere Praktikant, der jetzt meinen Küchendienst auch noch übernehmen muss (wir wechseln uns immer wöchentlich ab) … der ist doch bestimmt genervt? Der war auch noch gar nicht so viel krank wie ich. Wieso bin ich so viel krank? In die Schule bin ich immer bei jedem Scheiß hingegangen (aber oft krank war ich da aber auch nicht). Ich hab noch Fotos vom Laternenlaufen, die ich entwickeln muss. Die wollen die doch haben. Und. Wie ruf ich an. Wie sag ich Bescheid? Soll ich versuchen freundlich-glücklich-wach zu klingen? Klingt das dann nicht so, als bin ich gesund und freue mich einen Keks über die freien Tage? Aber wenn ich vorher nicht zwei Hustenbonbons lutsche und dann ins Telefon krächze – klingt das nicht wahnsinnig geschauspielert? Glauben die mir, dass ich wirklich nicht gerne krank bin? Und. Und. Die tun mir alle irgendwie leid und gleichzeitig bin ich froh, nicht zu wissen was sie denken, falls da hinter dem netten “Das macht doch nichts, das ist nun mal so bei viel Stress und den vielen Keimen hier mit denen man so in Kontakt kommt, kein Ding, krank ist krank” doch genervte Gedanken stecken. Ach man.
Und das ist total doof. Und überhaupt nicht “Wenn man zu Hause ist, ist die Arbeit auch kein Thema mehr”. Wie soll das nur werden, falls ich irgendwann in einem Beruf stecke, von dem wirklich was abhängt? Ein Gehalt, das nicht nur nette Deko auf dem Kontoauszug ist, sondern von dem Essen gekauft werden will.
Viel unfotografisches Geblubber. Aber. Halt so.
Der Point.
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