Aus den EXIF: Kit | 39mm | f/6.3 | 1/25s | ISO 400
Früh standen wir auf, um alles vorbereitet zu haben, wenn es zum Tempel um die Ecke gehen sollte. Riesige Kerzen, samt Kerzenständer und kleinere Geschenkeboxen hatten wir im Gepäck. Ein bisschen noch warten, dann ging es los und ich habe nebenbei versucht ein paar Eindrücke in Form von Fotos und Videos zu sammeln. Gar nicht so einfach wenn du die Hände eigentlich zu einem Wai zusammen gelegt lassen sollst. Zum Schluss liefen wir noch durch den „Keller“ des Tempels, von einer Seite zur anderen, was Glück bringen soll. Dieser Keller war wohl während der Flut komplett gefüllt. Allgemein sieht man hier an vielen Stellen noch Anzeichen, wie hoch das Wasser denn stand. Unser jetziges Haus z.B. wurde zwar renoviert und es fehlen halt im Vergleich zum letzten Mal einfach ein paar Möbel, die es nicht geschafft haben, aber bei anderen Häusern wurde noch gar nichts gemacht. Man sieht die Schmutzkante an den Wänden und wenn man reinschaut ist das auch nicht so der schöne Anblick. Es ist seltsam, diese Wasserkante an z.B. Masten für Stromleitungen, Mauern oder Häusern zu sehen und sich vorzustellen wie viel bei dieser Flut überhaupt verschluckt wurde.
Außerdem scheinen sich zum Abend hin noch einmal kleine Abenteuer aufzutun. Nachdem ich letztens mit Gardinenstange bewaffnet erst mal einen Piranha-Käfer (die Flügel? sahen irgendwie so aus als wären sie ein Mund? mit Zähnen? und würden irgendwas kauen???) zermalmt habe – wollte ihn eigentlich nur etwas von der Wand entfernen, um ihn mit einem Glas einfangen zu können, aber da machte es KNACK –und dann das zappelnde Viech auf einem großen DIN A4 Papier und mit ausgestrecktem Arm ins Klo hab fallen lassen und schnell gespült hab (es tut mir ja auch Leid, ein bisschen) hatten wir heute gegen 20Uhr plötzlich einen Stromausfall.
Da es hier zwischen 18 und 19Uhr dunkel wird saßen wir entsprechend im stockdunkeln, hier in diesem „Ferienhaus“ dummerweise noch nicht mit Kerzen oder Taschenlampen bewaffnet. Da so ein Stromausfall auch durchaus lange andauern kann (in der ganzen Nachbarschaft war’s dunkel) war das schon ein bisschen seltsam. Wir hatten unsere Laptops (2 Stück, jeweils auf Akkuladung ca. 50%) welche die einzigen Lichtquellen darstellen (abgesehen von kleineren Dingen wie leuchtende Armbanduhr, MP3 Player Licht usw…) und so saßen wir da erstmal verdutzt. Machten uns aber noch einen kleinen Spaß draus, schließlich hielt die Kühle der Klimaanlage noch an und wir hatten ja noch etwas Licht. Als es dann aber doch etwas später wurde, tapsten wir uns nach nebenan, wo meine Großeltern wohnen, und holten uns eine dicke Kerze. Gerade wurde sie vor unserer Haustür angezündet sprang das Licht hier wieder an. Ein bisschen schade ums Abenteuer, aber definitiv besser so ;)

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