Reinigung einer Spiegelreflex

Bisher war der Blog ja mehr eine Bühne für unsere Gedanken und Bilder – zumindest im Bereich der Fotografie möchte ich ein Stück weit ausweiten. Ansätze dafür habe ich schon einige gezeigt, aber ich dachte mir, es könnten auch Dinge wie Bildbearbeitung mit Lightroom, EXIF-Daten oder zum Beispiel die Reinigung der Kamera interessieren. Und mit letztgenannten möchte ich anfangen.

Ein Fotograf der mehr macht als seine Kamera in der Vitrine auszustellen wird nämlich unweigerlich an den Punkt geraten, da das Display Fingerabdrücke mit sich trägt, kleine Ränder von Wassertropfen sich auf dem Objektiv befinden oder Staub auf dem Sensor. Besonders der Staub kann einen Fotografen ganz schön ins Schwitzen bringen, denn auf einmal sind auf allen Fotos hässliche dunkle Flecken zu sehen. Und in der Kamera herum zu hantieren ist eine heikle Angelegenheit, schließlich sind die Teile empfindlich – meiner Meinung nach scheiden deswegen gleich viele Möglichkeiten den Sensor [eigentlich ja den davor liegenden Hochpassfilter]  zu reinigen aus: Ich möchte weder Druckluft noch eine Flüssigkeit in meine Kamera lassen, meine Angst vor Rückständen ist da einfach zu groß.

Deswegen stehen mir zur Reinigung meiner Kamera insgesamt folgende Materialien zur Verfügung (klick für größer):

1. Ein kräftiger Blasebalg von Giotto, Vorteil: Er hat Füße und so lässt sich vermeiden, dass die Spitze unsaubere Oberflächen  berührt
2. Eine Lupe mit kleinen Lämpchen, die sich auf die offene Kamera setzen lässt, um dort nach Staub zu suchen und ein Lenspen mit abknickbarer Spitze, um den Staub zu entfernen
3. Eine Reinigungsflüssigkeit, Achtung: Nur zur äußeren Anwendung
4. Wattestäbchen, Mikrofasertuch und ein Set dünnes, knittriges „Tissue Paper“

Achtet darauf, dass eure Materialien immer gut in eine möglichst staubfreien Umgebung verstaut wird.

Für die Reinigung der Kamera sucht euch ein staubfreies Plätzchen (der frisch abgewischte Esstisch zum Beispiel) und legt eure Materialien übersichtlich aus. Für die äußere Reinigung verwende ich Materialien die auf den Bildern 3 und 4 zu sehen sind: Die Kamera wird grob mit dem Mikrofasertuch abgewischt, Display und Objektive reinige ich mit ein paar Tropfen der Reinigungsflüssigkeit, die ich auf das Tissue Paper gegeben habe. Den Sucher erreicht man gut mit Hilfe der Wattestäbchen.

Die Sensorreinigung solltet ihr nur durchführen, wenn ihr eine ruhige Hand habt und vor allem: Wisst, dass es üebrhaupt Staub zu entfernen gibt. Sieht man auf euren Fotos keinen Staub ist eine Sensorreinigung auch nicht nötig. Falls ihr sicher gehen wollt, schießt ein Testbild auf ein gleichmäßig ausgeleuchtetes, weißes Papier. Blende ca. f/16 oder höher, ISO 100, Fokus auf unendlich damit das Blatt nicht fokussiert ist. Im Bildbearbeitungsprogramm lassen sich Flecken gut erkennen, wenn man mit dem Kontrast spielt. Bemüht auch zu erst die Sensorreinigung der Kamera – vielleicht hat sich das Thema dann auch schon erledigt. Falls nicht, so gehts weiter:

Objektiv von der Kamera nehmen und beiseite legen. Die Kamera haltet ihr nun nach unten und blast mit dem Blasebalg den Spiegelkasten aus – dafür muss der Blasebalg nicht in die Kamera hinein geführt werden! Halten die Kamera eine Weile nach unten, damit sich der Staub gelegt hat und schaltet jetzt in den Reinigungsmodus der Kamera. Der Spiegel klappt nun nach oben, so dass ihr den Sensor erreichen könnt. Achtet unbedingt darauf, dass der Akku eurer Kamera voll aufgeladen ist, sonst könnte der Spiegel wieder runterklappen noch während ihr mit eurem Lenspen in der Kamera steckt!

Dreht die Kamera nun um und legt die Lupe auf. Fokussiert den Sensor und prüft wo der Staub ist. Habt ihr den Staub lokalisiert, kommt der Lenspen zum Einsatz. Es ist wichtig, dass ihr zuvor die Verschlusskappe ein paar mal dreht, damit der Pinsel auch wirklich sauber ist. Winkelt die Spitze an, so dass ihr den Lenspen gut durch die Aussparung der Lupe schieben und den Staub vom Sensor tupfen könnt. Kein großartiges rumwischen nur einmal tupfen! Es ist wirklich gar nicht so wild. Meine Hand hat auch wie verrückt gezittert, und einmal ist der Lenspen gegen den Rand der Kamera gestoßen, so dass ich dachte, ich hätte zu doll auf den Sensor gedrückt, dabei war ich noch Millimeter davon entfernt! ^^ Innerhalb von 10 Minuten ist man fertig. Kann alles wieder gut verstauen (Die Verschlusskappe des Lenspen wieder ein paar Mal drehen) und fertig!

Eigentlich kein Grund zur Beunruhigung. Klar haben Lupe und Lenspen ihren Preis – dafür ist die Lupe aber auch eine dauerhafte und sehr nützliche Anschaffung, da man so wirklich nur die Stelle bearbeitet die bestaubt ist und der Lenspen reicht laut Angabe für 100 Anwendung. Also ebenfalls eine Anschaffung für mehrere Jahre.

Meine Kamera ist jetzt jedenfalls wieder staubffrei!

Der Point.

13 Gedanken zu „Reinigung einer Spiegelreflex

  1. Vielen Dank für deine Erfahrung / deinen Bericht! :D
    Eine Frage: Die Spitze am Lenspen wird erst nach x Anwendungen getauscht, vorher dreht man einfach jedes Mal die Verschlusskappe um sie sauber zu halten?

    • Den Lenspen insgesamt musst du nach ca. 100 Anwendungen neu kaufen. Aber der kostet auch nur 10-15 Euro. Das Teure an dem Set war die Lupe mit ca 60 Euro.
      Aber ich denke im Jahr brauchst du auch nur ugf 5-10 Anwendungen maximal. Also wird dein Lenspen wohl ne Weile halten. ^^

      Und ja, in der Verschlusskappe ist irgendwie so ein Stoff, der säubert und „erneuert“ die Spitze des Lenspen .. so ganz hab ich das auch nicht verstanden aber ich drehe die Kappe einfach vor und nach der Anwendung ein paar Mal hin und her.

      Der Point.

      • Hmhmhm. Aber wenn ich doch mit dem Lenspen reinige, den widerrum in der Verschlusskappe, hängt da doch der Dreck. Und vor’m nächsten Mal „säubere“ ich den Lenspen also wieder in der Verschlusskappe usw. So ganz kann das doch nicht hinhauen, wie kann ich denn etwas in etwas säubern was selber nicht mehr sauber ist? Nene, ich glaube ich und diese Lenspen Sache, dass wird nichts mehr. ^^

        Und 5 – 10 Mal im Jahr; das wären ja zwischen fast alle 2 Monate – fast jeden Monat! Dass ist dann doch schon sehr oft mMn. Also, ist jetzt kein „Angriff“ oder so, auch nicht böse gemeint oder so. (:

        • Ich meinte ja auch maximal ^^ Ich hab meine Kamera jetzt ja auch hm..wie lange? 3/4 Jahr bestimmt. Ich hätte nach ugf. 6 Monaten wohl meine erste Reinigung gebraucht.

          Allerdings habe ich in diesem Zeitraum mein Objektiv nicht einmal gewechselt und auch nicht übermäßig viel fotografiert!

          Ich denke, wenn man das Objektiv mehrmals wechselt, öfter fotografiert und vll auch in anderen Gegenden (Kinderspielplatz, Wüste, was weiß ich) kannst du durchaus auf alle 2 Monate kommen denke ich. Aber ich denke nicht, dass ich das schaffe. ^^

          Doch, doch das geht bestimmt mit der Kappe. Da ist so ein bestimmtes Zeug drin. Ich weiß nur nicht wie das ganze funktioniert. Ich glaub das ist auch gar nicht zur Reinigung, sondern damit der Pinsel erneuert wird. Ich meine, da war was mit einem Pulver, welches sich in der Kappe befindet und durch das Drehen wieder auf den Pinsel gelangt.

          Es ist wirklich sicher, super einfach und mit allem Drum und Dran nach 10 Minuten wieder vorbei ;) Mal sehen was für Erfahrungen du mit deinem Glibber machst :P Da bin ich auch sehr gespannt^^
          Der Point.

          • Echt, nach 6 Monaten schon? Ich kann mich mit meiner nicht als Maßstab nehmen ^^ weil meine eigentlich von Anfang an ’ne Reinung nötig hatte weil da seit drei Jahren nichts gemacht wurde. Aber heute z.B. haben wir ein Testbild mit der Kamera von meinem Vater gemacht, die hat er ähnlich lange wie du deine. Und um darauf was zu sehen [ziemlich genau fünf Flecke konnten wir zählen] mussten wir schon auf 100% Ansicht gehen um die zu sehen. Nichts, was dramatisch wäre, denn die waren wirklich klein. ;)
            Klar kommt das immer noch drauf an ob und wie oft man seine Objektive wechselt und wo man so fotografiert, er hat jetzt z.B. schon öfter mal Objektive gewechselt.

            Okay, ich glaub, so ganz versteh ich das mit der Kappe auch nicht. ^^ Aber wenn es funktioniert ist ja gut. (:

            Ohja, ich bin auch schon gespannt… Aber das wird schon. Darüber gibt es dann auch einen eigenen Eintrag, glaube ich. (:

            • Na ja, das stimmt es kommt ja auch drauf an, wie sehr einen kleine Staubflecken stören. Ich sag mal – solange ich sie nicht sehe, sind sie mir egal. Aber sobald ich dann mal was entdeckt habe und weiß: Da ist jetzt was. Würde ich das gerne sauber haben auch wenn man es auf den meisten Bildern dann doch nicht sieht. Weil es ja sein könnte, dass es dann doch mal wieder sichtbar ist – und zwar auf einem fertigen, ansonsten gut gelungenen Bild. Und dann fängt die Malerei an. Und oft merkt man es ja auch erst wenn das Bild hochgeladen ist usw. Das will ich mir ersparen ^^

              Der Point.

              • Oh ja, dass kann ich gut verstehen. Damals beim Foto-WB ist mir auch erst im Nachhinein aufgefallen dass einiges von den Flecken auf dem Papier keine Fettflecke sind sondern von der Kamera kommen. Aber weil ich es von meiner nicht anders kenne bin ich da schon „schmerzfreier“. ^^ Gut möglich aber, dass ich nach der Reinigung nicht mehr so gelassen bin. ;)

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