Schau her, Deine Kunst!

One of the things that I always find extremely difficult, when a picture’s finished, is when a writer or a film reviewer asks, Now, what is it that you were trying to say in that picture? And without being thought too presumptuous for using this analogy, I like to remember what T.S. Eliot said to someone who had asked him — I believe it was about The Waste Land — what he meant by the poem. He replied, I meant what it said. If I could have said it any differently, I would have.

Dieses Zitat von Regisseur Stanley Kubrick („2001“, „Clockwork Orange“) gab mir den Denkanstoß zu einer Sache, die mir doch immer wieder begegnet: Wie geht man mit Fragen zum Sinn der eigenen Kunst um?
Wie viel soll man verraten, ohne dabei irgendetwas kaputt zu machen? Wie weit soll man gehen? Soll man überhaupt gehen, irgendwem entgegen?

Ich habe dem gegenüber eine eher ambivalente Meinung.
Einerseits liebäugele ich sehr mit dem Gedanken an den Künstler, der nichts, aber auch gar nichts preisgibt und genussvoll zusieht, wie andere ihre (natürlich subjektiven) Auffassungen zur Interpretation seiner Kunst verwenden, dabei eventuell sogar in heftige Kontroversen untereinander geraten.
Ist das denn nicht das, was man schließlich will? Die Leute zu eigenem Denken bewegen? Eine Eigendynamik der Rezeption in Gang setzen.
Andererseits halte ich es ebenso für reizvoll, dem Gegenüber zu zeigen, welche Prozesse hinter dem Werk stattfanden, welche Gedanken dazu führten, welche eigenen Erfahrungen dahinter stehen. Mit ihm dann darüber reden, sich austauschen. So ließen sich ja auch Möglichkeiten eröffnen, gemeinsam noch effizientere Wege zu finden, die Gedanken kreativ zum Ausdruck zu bringen.

Vielleicht bleibt es ja beim Mittelweg: Wenn dann mal berühmt, dann gegenüber der Öffentlichkeit ein Schweigen mit Lächeln. Wenn dann immer noch wirklich gemocht, mit den echten Freunden persönlich über die Werke reden. Egoboost und Ventil zugleich.

Bis sich wer ausgenutzt vorkommt und selbst Ventil wird…

Die Nuss

7 Gedanken zu „Schau her, Deine Kunst!

  1. Ein Kunstwerk sollte für sich selber sprechen. Es sollte eine eigene Aussage treffen, die den Betrachter mitreißt, ihn zu eigenem denken ermutigt und ihn schließlich zu einer eigenen Interpretation zwingt.
    Natürlich kann man den Betrachter im Nachhinein mit leichten Hinweisen an die Details heranführen. Die Hauptaufgabe sollte der Betrachter aber letztendlich selber übernehmen, was bedeutet, dass man sich wirklich auf kleinste Andeutungen beschränken sollte, wenn überhaupt.
    Entweder man schafft es, das richtige mit einem Kunstwerk auszudrücken; solange man damit die anvisierte Zielgruppe erreicht, ist es super. Oder man schafft es nicht – dann sollte man nicht mit dem Vorschlaghammer ankommen und die „richtige“ Interpretation offen legen.

    Soweit meine Meinung zur Kunst.

  2. mhm, darüber habe ich ehrlich gesagt noch nie so wirklich nachgedacht. ich mache mir beim fotografieren, zeichnen etc. weniger gedanken darüber was ich damit aussagen möchte, als darüber der vorstellung in meinem kopf so nah wie möglich zu kommen.
    manchmal hat man eben spontan irgendeine idee die man umsetzten will. ich finde es ist auch fraglich, ob die großen künstler sich bei ihren gemälde wirklich so viel gedacht haben, wie wir jetzt da hinein interpretieren.

    • Ich glaube nicht, dass man große Kunst machen kann, ohne irgendetwas damit aussagen zu wollen. Und wenn es nur die Kritik an der Kunst selber ist, wie zum Beispiel teilweise beim Dadaismus.
      In Gemälden, Fotografien, Plastiken, Romanen u.a. steckt schließlich eine Menge Arbeit; Wenn man sich aber Gedanken darüber macht, was man abbildet und wie man es abbildet steckt dahinter eine Idee, warum man es so und nicht anders macht. Es mag zum Teil schwer sein, diese Idee dahinter selber zu erfassen und/oder zu artikulieren, aber das ist ja eine ganz andere Frage.
      In deinem Fall wäre also die Frage, woraus sich die Vorstellung in deinem Kopf ergibt. Also welche Denkprozesse und Verknüpfungen grade zu dem einen bestimmten Bild geführt haben, welches du dann umsetzen willst.

      Möglicherweise kennen die großen Künstler ihre Gedankengänge tatsächlich nicht im Detail (Wobei ich davon ausgehe, dass sie die Aussagen ihrer Werke in der Regel zumindest grob umrissen kennen); Aber das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass diese Gedankengänge nicht vorhanden wären oder dass die Künstler diese Gedankengänge nicht rekonstruieren könnten.

      • Da stimme ich dir ebenso zu wie namimosa.

        Ohne Intention geht nicht, auch nicht bei kleiner Kunst. Schließlich ist sie Ausdrucksmittel und im Ausdruck liegt auch immer eine Aussage.
        Ob die dann großartig austariert und so an den Rezipienten getragen wird oder eben nicht, ist natürlich wieder eine andere Frage.

        Ich halte es mit meiner (kleinen) Kunst eben so, dass ich weniger stark in eine Richtung deuten, als viel mehr einen Rahmen stecken möchte. In diesem Rahmen fließen meine Gedanken, Anschauungen, mal mehr, mal weniger bewusst. Aber eine gewisse Wirkungsintention, einen Fingerzeig finde ich immer wieder, egal wie verschlüsselt.
        Ich hab’s ja auch gemacht. :D

        Die Nuss

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