Viele Jahre Harry Potter – und jetzt ist Schluss

Ich muss ungefähr 6 Jahre alt gewesen sein, als sich eine gute Freundin „Harry Potter und der Stein der Weisen“ zum Geburtstag wünschte. Irgendwie haben zu der Zeit alle zu diesem Buch gegriffen. Mein Interesse war erst eher gering, aber dennoch bin ich auf den Zug aufgesprungen. Weitere Teile folgten. Die Bücher stets pünktlich zum Erscheinungsdatum, spezielle Aktionen in Kaufhäusern wo man sich um Punkt Mitternacht ein Exemplar ergattern konnte, die Filme, Poster, Snapes Zaubertrank-Mix-Set, Spielkarten… ich hab das alles mitgenommen. Den fünften Teil habe ich schon auf Englisch gelesen, weil ich die deutsche Ausgabe nicht mehr abwarten wollte. Und trotzdem haben wir von dieser gleich zwei Exemplare, denn wenn Mutter und Tochter direkt nach Erscheinungstermin lesen wollen, ist es schwer sich ein Buch zu teilen. Ich erinnere mich, wie ich mein Exemplar damals von meinem Hochbett geworfen hatte, denn ich hatte es bis spät in die Nacht gelesen und dann nur wackelig auf dem Regal platziert – als ich am morgen danach griff habe ich einen Riss im Umschlag verursacht. Ich mag es deshalb nicht minder. Oft habe ich die Bücher gelesen, wieder und wieder. Band 5, 6 und 7 auch auf Englisch – die anderen möchte ich mir auch noch nach kaufen. Bevor Film 7.1 raus kam noch einmal alle Bücher in einem Rutsch, in Rekordzeit. Und nachdem ich 7.2 geguckt habe noch einmal den siebten Teil… und jetzt habe ich 7.2 ein zweites Mal im Kino gesehen. Und ich bin immer noch begeistert.

Trotzdem möchte ich einmal etwas kritisch sein, und auch äußern was mir weniger gefällt.

Mir fehlt:

  • Die Geschichte rund um Dumbledore und seine Familie. Die wurde leider viel zu knapp gehalten. Die Beweggründe… das alles wurde nicht aufgeklärt.
  • James Verhalten gegen über Snape. In der Einnerung wird zwar stets gesagt er sei „arrogant“ gewesen, aber davon merkt man nicht viel. Erstklässlerin Lily hat sich scheinbar schon immer bestens mit Erstklässler James verstanden und die Wut Snapes schien nur aus Neid zu resultieren, dabei war James wirklich gemein. Wenigstens bleibt die Möglichkeit sich an die Szene zu erinnern, in der James Snape kopfüber hängen lässt – in einem anderen Film. Auch wie die Freundschaft zwischen Lily und Snape langsam zerbricht (wegen Snapes Hang zur dunklen Seite) fehlt.
  • Woher hat Harry seinen Stück Spiegel!? Aberforth hat in von Mundungus, das wird erklärt. Aber Harry steht plötzlich in 7.1 mit seiner Scherbe da und keiner weiß was es ist, woher es kommt…
  • Fred wird viel zu wenig gewürdigt.
  • Die Erwähnung des Voldemort-Taboos. Es wird gar nicht erklärt, wie die Greifer die drei im Restaurant entdeckt haben und trotzdem spricht Harry zum Schluss auch nur von von „Ihr wisst schon wem“
  • Die Geschichte um Helena Ravenclaw… ich meine, die Macht des Diadems wird gar nicht erklärt und was Helena getan hat… es macht gar keinen Sinn, dass es ihr gefällt, das Harry sagt „Ich will es zerstören“ …sie ist ja auch empört darüber, was Voldemort getan hat. Und: Woher weiß sie überhaupt davon!?
  • Es wird nicht so wirklich klar, wieso Voldemort persönlich Harry töten musste, oder? Mit dem Blut und so…
  • Harrys Zauberstab. Nachdem er den Elderstab zerbricht bleibt ja nur noch Malfoys. Wieso wird nicht gezeigt, dass er den Elderstab zerbricht, weil er mit seinem Zauberstab glücklicher wäre – und wie er diesen repariert?
  • Harrys Tarnumhang ist einer der Heiligtümer die Aufklärung und mehr Verwendung
  • Grawp

Was ich blöd finde:

  • Snapes Träne stellt die Erinnerung dar. Was mir auch zu denken gibt, dass er Harry als „Harry“ anspricht (wird er jetzt kurz vorm Tod noch sentimental und sieht in Harry einen Freund!?)
  • Die „Oh Voldemort, lass mich dich umarmen, dann stürzen wir uns gemeinsam vom Turm“-Aktion
  • Helena Ravenclaw sieht gar nicht aus wie ein Geist wie all die anderen, sondern eher wie die Personen die vom Ring der Auferstehung „zum Leben erweckt“ wurden.. sie ist viel zu „fest“
  • Der Epilog war ja schon im Buch Geschmackssache, aber mal ehrlich: Harry und Ginny sind wenigstens ansatzweise gelungen – aber Ron und Hermine sehen doch kein Stück älter aus!?
  • Wieso bekommt man den Eindruck das Diadem-Hocrux wurde durch den Basiliskenzahn zerstört statt durch das Dämonenfeuer?
  • Irgendwie ist es blöd, dass Harry Hermine und Ron darüber aufklärt, dass er jetzt in den Wald geht, oder? Ich meine… sie hätten ihn doch eigentlich nie gehen lassen…
  • Richtige Melancholie kommt im Schloss nicht rüber… trotz der vielen Toten.
  • Hermine als Bellatrix war so dermaßen unüberzeugend, liegt wohl daran, dass im Film der Vielsafttrank die Stimmen nicht beeinflusst. Und wieso knickt sie ständig in den Schuhen um? Spätestens am Weihnachtsball im vierten Teil muss sie doch bewiesen haben elegant auf den Dingern laufen zu können.
  • Harry hätte Voldemort erklären müssen, warum dessen Plan schief ging… nicht Hermine und Ron

Und bestimmt lässt sich die Liste auch noch etwas ergänzen…

Und was ich da noch gut fand fragt man sich jetzt? Warum ich den Film bei all der Kritik überhaupt gut finde? Na weil: Der Rest! Alan Rickman als Snape… einfach beeindruckend in jeder Hinsicht. Professor McGonagall in ihrer Kampfsszene mit Snape und als sie die Ritter verzaubert. Dumbledores Satz von wegen „Nur weil es in deinem Kopf passiert, heißt es nicht, dass es nicht wirklich ist“, den Grabstein von Dobby, die kleine Lily Evans, das sie wirklich alle Hocruxe abgearbeitet haben, den Drachen, die Fahrt durch Gringotts, Malfoys Mutter wie sie Harry fragt ob Draco noch lebt und Harrys Nicken, das Schutzschild aus Zaubersprüchen um Hogwarts herum, …

Mein Fazit ist also: Ein etwas oberflächlicher Film, was man dann auch an einigen Stellen merkt. Insgesamt bin ich aber trotzdem mitgerissen und glücklich. Für mich ist der Film gelungen :)

Nur was jetzt? Harry Potter ist vorbei. Was habe ich vor? Die ersten vier Bücher auch auf Englisch kaufen, die Bücher noch sehr oft lesen, Film 7.2 auf DVD holen, die Filme noch oft gucken, mich vielleicht auf Pottermore anmelden, in der Hoffnung, dass wirklich ein Schwerpunkt aufs Lesen statt auf dem sozialen Netzwerk liegen wird. Nachdenken. Keine Ahnung… ich würde mich nicht als Hyper-Fan bezeichnen. Da gibt es zu viel was ich nicht weiß, zu viel was ich nicht habe. Aber mensch, ein bisschen freakig bin ich ja schon. Und wer mit all dem aufgewachsen ist, wird sicher nicht so einfach loslassen. Was auch etwas erklärt warum ich auf so einige Filmfehler und andere Dinge (warum wird auch im Buch nicht wenigstens noch mal erklärt, was mit den Dursleys los ist!?) gut hinweg sehen kann. Bin einfach zu.. overwhelmed :D

Der Point.

8 Gedanken zu „Viele Jahre Harry Potter – und jetzt ist Schluss

  1. ich glaube ich hab schonmal gesagt, dass ich das buch sehr lange davor gelesen hab und mich deswegen an die details nicht mehr so erinnern konnte. so konnte ich die filme irgendwie mehr genießen. das mit snapes träne fand ich auch blöd und auch, dass das verhalten von james nicht wirklich rausgekommen ist, auch was sonst an geschichte rundherum weggelassen wurde.

    aber ich muss die bücher alle mal wieder lesen. hab sie mir ja erst letztes jahr gekauft. auf englisch. ich finde sie in original einfach unvergleichlich viel besser als in der übersetzung.

  2. Die Spiegelscherbe müsste – auch wenn ich noch nicht im Film war, rein von den Büchern gesehen – vom Spiegel stammen, mit dem Harry versuchte, Sirius zu kontaktieren und der irgendwann zerbrach. Er hat soweit ich weiß genau eine Scherbe davon behalten, als Andenken.

    • Ja das ist mir als langjähriger Harry Potter Fan natürlich klar ^^ Aber in keinem der Filme (und die Reihe ist jetzt immerhin komplett) findet sich eine Aufklärung. Und das ist einfach nur blöd. Und unlogisch für alle, die das Buch nicht kennen.

      Der Point.

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