[18/365] Wetter

[18/365]Aus den EXIF: 18-55mm | f/4.5 | 1/500 | ISO 100

Ich war heute wieder arbeiten. Nicht dass ich etwa schon wieder gesund wäre, aber meine Stimme ist ja wieder da.. und zur Arbeit zu gehen erschien mir leichter als a) dort anzurufen, dass ich jetzt zum Arzt gehe b) einen Arzttermin auszumachen c) dorthin zu gehen und Zeit im Wartezimmer mit anderen kranken Leuten zu vergammeln d) das Attest dann zur Arbeit zu bringen …

Und das Wetter war ja mal wieder selten dämlich heute. Immer wenn ich von Leuten lese, die schreiben „Ah, Regen! Zum Fotografieren total toll“ frage ich mich was daran so lustig ist sein Equipment und sich selbst nass zu machen und sich dann noch eine Erkältung einzufangen. Natürlich werden die Ergebnisse teilweise echt toll, aber… dann erinnere ich mich daran, dass viele Leute, die den Regen so gelobt haben sich ins Auto setzen, durch die Gegendfahren und dann durch die Scheibe zu fotografieren. Vielleicht mit Heizung im Auto. Wuh… Witzig.

Möglichkeiten sich an fotogenen Orten unterzustellen gibt es dann natürlich auch nicht immer. Also habe ich heute halt im Regen meine Kamera ausgepackt und wollte genau diese Stimmung einfangen. Und dann schnell weiter. Vielleicht etwas zu schnell, denn zu Hause stelle ich fest: Kein Bild scharf. Unschärfe passt hier auch nicht so toll. Und jetzt? Schon wieder ein Drinnen-Foto?

Nun… ein Blick aus dem Fenster gab mir die Lösung: Sonne! Blauer Himmel! Schäfchenwolken! Und ein dramatischer Fetzen Dunkel! Jawohl! Konnte mich die Mücke an Tag 16 also vor einem unkreativen Himmelfoto bewahren, war dieser jetzt dran. Aber es sah auch wirklich schick aus. Reichte für ein paar Fotos. Dann wieder Regen und Weltuntergangsstimmung.

Und ich werde meinen Husten nicht los. Es nervt.

Übrigens, zur Auto-Sache: Ist es seltsam, dass die Fotografie für mich gerade echt die einzige Motivation für den Führerschein wäre? „Mach doch mal!“ und Argumente wie „Flexibler, selbstständiger!“ ziehen irgendwie nicht so richtig. Natürlich wäre dieses Gefühl von mehr Flexibilität und Selbstständigkeit schon toll, aber mal ehrlich: Wann würde ich sie nutzen? Um ab jetzt den Wochenend-Großeinkauf alleine schmeißen zu können? Auf diesen Mehrwert kann ich ehrlich gesagt verzichten und einen weiteren sehe ich nicht – hier ist ansonsten alles in erreichbarer Nähe. So würde ich zumindest in nächster Zeit das Auto nur fahren, damit ich ja nicht aus der Übung komme.

Aber Halt. Dann denke ich ans Foto machen. An tolle Locations, zu denen es keine direkte Bahnanbindung gibt. An Locations, zu denen ich will wenn noch keine Bahn fährt. An Locations bei denen ich trocken ankommen will und dort entweder auf ein spontanes Aufreißen der Wolkendecke hoffe oder das Fenster runterkurbel oder durch die Scheibe meine Fotos mache. An Ausland und das Besuchen von verschiedenen Nationalparks, die ewig weit voneinander entfernt liegen.

Ja da… da bekomme ich doch fast Lust mich in dieses Gefährt zu setzen von dem ich keine Ahnung habe und eigentlich keine Ahnung haben will. Dieses Gefährt, dass mir eigentlich durch und durch unsympatisch ist und in dem ich mich eher unwohl fühle als dass es mich glücklich macht. Dieses Gefährt, für das ich eine teuer (mit Zeit, Geld, Aufregung) erkaufte Erlaubnis brauche, um es zu nutzen. Dieses Gefährt, welches in Anschaffung und Haltung noch mehr Geld von mir will.

Aber für die Fotografie… da reizt es mich doch :D

Der Point.

7 Gedanken zu „[18/365] Wetter

  1. Irgendwann in der 12. Klasse als alle meine Freunde 17 wurden und sich in Fahrschulen anmeldeten… war ich schon lange 18 und hatte noch keinen einzigen Gedanken an den Führerschein verschwendet. Ich fuhr überall mit dem Rad hin (bei jedem Wetter) und in meiner Kleinstadt kam ich so schneller ans Ziel, als mit dem Auto (Parkplatzsuche ist ätzend). Jedenfalls meldeten sich alle meine Freunde in der Fahrschule an und meine Mutter meinte, sie hätte das Geld für meinen Führerschein schon lange bei Seite gelegt und ich sollte den auch endlich mal machen (damit ich sie überall hinkutschieren kann und nicht mein Vater, der keine Geduld beim Shoppen aufbringen kann). Ich brauchte den Führerschein also eigentlich nicht aber die Gelegenheit war da. Ich habe die Fahrschule gehasst. Die Theorie war ja einfach aber was fahren und parken angeht, bin ich die typische Klischee-Frau. Für mich bedeutete jede Fahrt Stress pur. Sobald ich schneller als 50 kmh fahren sollte, krallte ich mich am Lenkrad fest und fing an panisch zu kichern. Von den Autobahnfahrten sag ich lieber mal nichts. Irgendwie schaffte ich meine Prüfung mit mehr Glück als Verstand und sah jeden komisch von de Seite an, der meinte, Autofahren mache Spaß.
    Mittlerweile wohne ich schon seit 7 Jahren nicht mehr zu Hause und so lange steht mir schon kein Auto mehr zur Verfügung. Ich fahre vielleicht einmal im Monat, wenn ich fürs Wochenende bei meinen Eltern bin, mit dem Wagen und ich muss sagen: Man verlernt es nicht. Es macht tatsächlich Spaß und es ist praktisch (vor allem beim Einkaufen und schlechtem Wetter). Ich bin froh, dass ich in Bewerbungen angeben kann, dass ich einen Führerschein (wenn auch kein eigenes Auto) habe. Und vor allem beruhigt es ungemein zu wissen, dass man sich im Notfall ans Steuer setzen kann. Ich brauche gerade kein Auto, vermisse den Luxus manchmal aber schon. Besonders bei diesem Wetter und natürlich auch wenn ich gerne an einem bestimmten Ort fotografieren möchte, da aber nicht so schnell/leicht hinkomme.
    Im Nachhinein bin ich froh, dass ich quasi dazu gedrängt wurde, den Führerschein zu machen. Wenn man aber alles selbst zahlen muss, kann ich mir vorstellen, dass man es sich zweimal überlegt, ob man das wirklich gerade braucht.

  2. also ich möchte meinen führerschein nicht missen. jetzt brauche ich ihn selten, weil ich ja in der stadt wohne, aber früher wäre es ohne einfach eine mühsame katastrophe gewesen.
    ich denk aber, das soll jeder für sich entscheiden. aber WELCHE motivation man dafür hat ist ja im grunde egal ^.^ und wenn man ihn mal hat, hat man ihn. man braucht ihn nicht nochmal zu machen – das ist auch praktisch.

  3. So ein Führerschein lohnt sich wirklich. Bei mir ist es zwar auch so, dass man hier ohne Auto kaum wegkommt, aber ich denke auch sonst, ist es eifnach praktisch einen zu besitzen.
    Ein wenig kann ich dich trotzdem verstehen. Führerschein machen ist nicht günstig und Autofahren auch nicht. Ich hätte auch niemals gedacht, dass ich meinen Führerschein schon mit 16 machen würde. Im Prinzip habe ich mich da auch bloß schon so früh angemeldet, weil ich halt mit ner guten Freundin zusammen hingehen wollte. Ich hatte echt Respekt vorm Autofahren und die ersten Fahrstunden waren dann auch noch nicht soo toll, wie das eben so ist. Man muss es ja erst noch lernen. Aber als ich dann eines wunderschönen Novembermorgens vor der Schule schon Fahrstunde hatte, die Landschaft von Raureif überzogen war, die Sonne so langsam aufging und ich so über die Landstraße fuhr, war es um mich geschehen.
    Die Moral der Geschicht: Bei mir kam der Spaß am Autofahren auch erst im Laufe der Zeit.
    Und aus welcher Motivation heraus du nun den Führerschein machst, ist doch unwesentlich. Hauptsache du hast eine.

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