Ein Monat und ein Blick zurück

Wäre ich bei meiner ursprünglichen Projektidee von „3 Monate jeden Tag lang ein Bild“ geblieben, hätte ich jetzt 1/3 geschafft – so ist es immerhin 1/12 und das ist doch auch schon was!

Irgendwann vor ungefähr zwei oder drei Wochen stolperte ich, im Zusammenhang mit einem 365 Projekt, über jemanden, der sagte, diese ganze Unternehmung sei für ihn mehr Zwang als inspirierendes Projekt. Ganz anders als erhofft. Liest man so etwas, gibt das einem natürlich zu denken. Manchmal fühlt man sich tatsächlich so, als ob das alles nur ein Zwang ist. Und dieser Zwang ganz und gar unproduktiv. Was bringt es mir zu fotografieren, wenn ich ohne Kreativität bin? Mein Foto heute: Das ist nichts. Bringt mich nicht weiter. Nein, hier habe ich nichts gelernt. Heute bin ich stehen geblieben. Keine Stufe höher auf der Treppe „Werde ein besserer Fotograf“ .. eher noch eine Stufe tiefer, weil man die Pleite ja auch noch im Internet zu zeigen hat.

Aber wie das so ist, muss man sich auch mal das Gesamtpaket betrachten. Wie viele Stufen man während des gesamten Projekts bisher genommen hat. Deswegen der Rückblick. Denn fast ahne ich schon: Am Ende kommt doch sicher eine positive Bilanz bei raus. Und die kann mich vielleicht aufmuntern, wenn ich wieder denke, ich bin gerade fünf Stufen runter gepurzelt. Oder durch Alleskleber mit meiner Treppenstufe verankert.

Ich meine… ich habe mir wirklich keinen leichten Monat zum Einsteigen ausgesucht (die kalte Jahreszeit beginnt, nicht sehr motivationsfördernd) und der Monat hat es mir auch nicht einfach gemacht (Erkältung ab Tag 16, mehr oder weniger ans Bett gefesselt ab Tag 27) und teilweise wirklich schlechtes Wetter.

Es sind einige Fotos entstanden, mit denen ich nicht zufrieden bin – oder war. Mit einigen habe ich mich im Nachhinein sogar fast angefreundet. Eigentlich bleibt mir nur Tag 23 als wirklich schlecht in Erinnerung. Sogar mit den langweiligen Fotos, die ich gemacht habe, als ich total krank war bin ich einigermaßen zufrieden. Wohl auch, weil ich weiß wie es mir ging und stolz bin, überhaupt dran geblieben zu sein. Das künstlerische Auge ein wenig zu kneifen, das mit dem dokumentarischen Blick weiter öffnen. Schon ist es okay und ich kann auch sehen, dass mir das Projekt auch in mehr als nur der „Ich will unbedingt besser werden“ Schiene weiter hilft.

Zum Beispiel muss ich nur daran denken, wie viele Orte, die ich vorher gar nicht kannte, nur auf Grund des Projekts besucht habe. Und dabei sind sie teilweise nur einen Katzensprung entfernt! Oder ich denke daran, dass ich ohne das Projekt eh nur zu Hause herum gesessen hätte. Oder, dass ich ohne das Projekt die vielen tollen Herbstfarben vielleicht gar nicht so stark wahrgenommen hätte. Wenn ich an einem Foto zweifel, denke ich mir: „Wenigstens hast du überhaupt fotografiert! Guck dir mal an, wie sporadisch du die Kamera vor dem Projekt in die Hand genommen hast“ und wenn ich wirklich sehr unzufrieden bin, denke ich an ein anderes Foto. An eines, das gelungen ist und denke mir: „Ohne das Projekt hätte ich dieses Foto vielleicht gar nicht gemacht! Und wie schade wär das!“ … Um zum Zitat zurück zu kommen und einen vorigen Beitrag von mir noch einmal aufzugreifen: Manchmal muss man sich zu seinem Glück zwingen. Oft freut man sich, dass man doch etwas getan hat, wozu man sich vorher kaum aufraffen konnte. Oft kommt die Inspiration erst später.

Für den nächsten Monat plane ich aber eine kleine Änderung bzw Vorsatz: Kreative Fotos immer gerne, aber mit weniger Risiko auf Kosten der Gesundheit. Wie gerne würde ich barfuß Fotos im Schnee machen oder barfuß und im Kleid im Herbstlaub stehen. Ich finde Barfuß-Fotos ehrlich gesagt wahnsinnig inspirierend, weil das irgendwie so eine Natürlichkeit und Naturverbundenheit zeigt *_* Aber… ich kann das nicht. Ich erkälte mich ruckzuck bei kalten Füßen. Quasi unter Garantie. Und das kann ich mir nicht leisten… Ansonsten will ich den Herbst noch so gut wie möglich einfangen und falls schon nötig den kommenden Winter begrüßen. Raus gehen! Ich habe ein tolles und beendetes 365 Projekt gefunden, das – ich behaupte es mal – etwa auf „meinem Level“ ist. Nicht 365 Überfotos aber auch nicht 365 Schnappschüsse vom Frühstück und der Porzellanfigur auf der Fensterbank. Tolle Fotos mal drinnen mal draußen. Fotos, die die Jahreszeiten zeigen. Experimente wie Tropfenfotografie festhalten. Etwas was Richtung Studiofotografie geht. Fotos mal mit mehr, mal weniger Aufwand. Mal mehr, mal weniger gelungen. Und am Ende schaue ich auf 365 Fotos, die insgesamt ein echt gutes Gesamtpaket ergeben. Und jaaaah…ich will auch!! Und weil der, der dieses 365 gemacht hat, in seine Rückblicke immer seine Monatsfavoriten gezeigt hat und ich finde, das ist eine gute Idee, will ich auch. Und was kommt mir in die Quere? Das Theme! Oh man. Wenn ich die Größe „Klein“ von Flickr einbinden will, passen nicht einmal zwei neben einander. Und die Thumbnails sind echt winzig. Ich/wir brauchen ein fotofreundlicheres Theme v_v Find ich. Allerdings finde ich dieses hier bei weitem am schönsten, übersichtlichsten usw. (gewohntesten) .. Nichtsdestotrotz…

Meine Favoriten im Oktober:

[3/365][5/365][6/365][9/365][15/365][20/365][22/365][26/365]

 

 

 

Der Point.

Advertisements

8 Gedanken zu „Ein Monat und ein Blick zurück

  1. So einen Monatsrückblick/Fazit/Favouritending finde ich richtig gut.

    Ich finde so ein Projekt, egal ob man es durchzieht oder nicht, bringt einen immer weiter. Wenn man sich nämlich zu etwas zwingt, dann probiert man zwangsläufig neue Sachen aus und entdeckt neue Möglichkeiten. Wenn man nur fotografiert, wenn draußen die Sonne scheint, dann verpast man eben ganz viel. Und selbst wenn man sich nur vor Augen führt, welche Fotos man langweilig findet, nicht nochmal machen möchte oder nochmal üben sollte, bringt es doch was. Wer so ein Projekt macht, um jeden Tag kreativ zu sein und ein perfektes Foto zu machen, der macht so ein Projekt aus dem falschen Grund und der gibt früher auf als andere. Nur meine Meinung^^

    Aber Gesundheit und ähnliches sollte immer Vorrang haben. Deshalb hätte ich es jetzt auch nicht schlimm gefunden, wenn du während deiner Krankheit ein paar Tage lang kein Foto gemacht hättest. Sowas finde ich zum Beispiel kein „Aufgeben“, sondern einfach höhere Gewalt.

  2. magst du vielleicht den link des anderen 365-projekt posten? das würde mich sehr interessieren!
    das erste ist auch eins meiner lieblingsbilder. das kinder-trinkfoto finde ich auch ganz, ganz toll. das nebenvögelfoto und das apfelshooting. die mücke. das mit der schminke im gesicht verschmiert. den tropfen. dieses bild: http://www.flickr.com/photos/pimthida/6222050419/ – das hat mich nämlich zu einem von mir inspiriert (das aber noch nicht veröffentlicht ist). das einzelapfelfoto. und eigentlich alle von tag 1.

    vielleicht findest du jemanden, der weniger probleme mit kälte hat und mit dir barfußfotos macht? ich könnte das auch nicht /:

    alles liebe,
    paleica

  3. ich kann das was du schreibst sehr gut nachvollziehen. irgendwie ist das ja ein gewisser zwang, den man sich mit einem solchen projekt unterwirft. man muss jeden tag fotografieren, und dass dabei öfter mal fotos raus kommen, mit denen man eigentilch gar nicht so wirklich zu frieden ist, ist ja schon zwangsweise klar. man fühlt sich halt nicht jeden tag gleich motiviert und kreativ und das licht spielt auch nicht immer mit und man wird vielleicht sogar krank.
    aber letztlich geht es wohl wirklich darum, das große ganze zu sehen. ;) und jeden tag zu versuchen auch etwas alltägliches besonders festzuhalten, ist mit sicherheit ein guter schritt zum verbessern.
    aber pass auf, dass du nicht krank wirst. das mit dem barfuß würde ich im winter doch lieber bleiben lassen. ;)

    mein favoriten aus dem oktober sind das erste, das vierte und das vorletzte.

  4. Deine Einstellung zum Projekt gefällt mir. Wenn man da zu verbissen rangeht, dass man jeden Tag ein total kreatives, perfektes Foto machen will, ist es eigentlich schon zum Scheitern verurteilt. Ich wage zumindest zu behaupten, dass das (nahezu) unmöglich ist.
    Den Tipp mit der Gesundheit wollte ich dir auch schon geben. Es bringt eben doch nichts, wenn man für ein paar Fotos seine Gesundheit auf’s Spiel setzt – auch wenn ich deine Begeisterung für Barfuß-Fotos teile.
    Das bereits beendete 365-Projekt, welches du auf denem Level siehst, würde mich auch mal interessieren^^

    • Meine Einstellung… oder die EInstellung die ich gerne hätte. Manchmal bin ich nämlich genau deswegen frustriert – weil ich kein total kreatives und perfektes Foto gemacht habe. Aber ich bemühe mich tatkräftig, mich von der Einstellung die ich gerne hätte auch auf allen Gefühlsebenen zu überzeugen :D

      Der Point.

  5. Pingback: 1. Juli-Rückblick | Nuss & Point

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s