Sechs Monate und ein Blick zurück

Etwas verspätet, weil mir die letzten Tage ein wenig die Motivation dazu fehlte, kommt jetzt der Rückblick zur Halbzeit. Mein Rückblick wird ausschweifender – ich muss einfach dieses halbe Jahr betrachten, statt nur den einen Monat.

Schon sechs Monate mit diesem Projekt. Oder sollte ich sagen erst? Ich bin mir nicht sicher, wie ich dazu stehe oder dazu stehen will.

Obwohl ich an vielen Tagen mit der Aufgabe ein gutes Foto zu finden zu kämpfen hatte verging die Zeit rückblickend sehr schnell. Ich kann sagen, ich habe viel geschafft, denn es sind einige Bilder entstanden, die es ohne dieses Projekt nie gegeben hätte und ich hatte oft viel Spaß am Fotografieren, auch wenn es manchmal zuvor richtig anstrengend war, mich dazu zu motivieren. Ich habe außerdem eine Disziplin und Ausdauer gezeigt, die ich so von mir gar nicht erwartet hätte – und jetzt habe ich nur noch ein halbes Jahr vor mir! Damit würde auch eine durchaus anstrengende Zeit zu Ende gehen und ich müsste mich nicht mehr ständig verzweifelt nach Ideen ringen oder halbgare Fotos abliefern. ;)

Ich versuche es aber auch etwas als „erst ein halbes Jahr“ zu begreifen, denn das bedeutet schließlich noch ein halbes Jahr Chance, Vorsätze zu erfüllen, für die ich bis jetzt noch nicht die Muße hatte und Ziele zu erreichen, denen ich mich noch nicht nähern konnte.

Am zweiten Tag meines Projekts schrieb ich:

Druck, unter dem ohnehin nur hingeschmierte “Oh, ich habe nur noch eine halbe Stunde Zeit für ein Foto, iiiich…. bau mal irgendein Stillleben auf!”-Bilder bei raus springen?

Na ich hoffe doch nicht, denn das ist bestimmt nicht das Ziel ;)

Hach ja ^^“ auch wenn es Phasen gab, in denen ich die Last Minute Photos gut in Grenzen halten konnte, unterm Strich gab es doch sehr viele. Zwischendurch hatte ich mal den Vorsatz, einen gewissen Zeitraum für die Fotografie zu reservieren, daraus ist leider nicht geworden… ich sollte es wohl mal richtig versuchen, denn es wäre schön, wenn ich mehr „Quality Time“ mit dem Projekt verbringen würde. Im ersten Monat des Projekts war ich einfach viel aktiver diesbezüglich: Hatte konkrete Pläne was/wo ich als nächstes Fotografieren will und bin dort auch hin gefahren. Es kamen öfters Selbstportraits, weil ich die Motivation hatte, mich damit auseinander zu setzen. Es ist zwar wirklich nett festzuhalten was z.B. die Natur und die Straße so bietet und mir auf dem Heimweg ins Auge springt, aber es erfordert auch irgendwo weniger eigene Gedanken. Gedanken und aktive Auseinandersetzung, die mir helfen würden, mich weiter zu entwickeln? Einen „Stil“ zu finden?

Was ich will ist: Mich verbessern. Sehen lernen. Auf die kleinen Dinge achten. Mich ausprobieren. Nicht nur das fotografieren, was ich schon immer fotografiert habe. Die Fotomotive, die meine Stadt bietet, ausreizen. Lernen, dass man auch “vor der Haustür” tolle Fotos machen kann und nicht nur in fremden Städten und auf Reisen. Fotografieren bei Wind und Wetter. So oft es geht die Kamera dabei haben. Keine Fotogelegenheit verpassen. Nichts bereuen. Meine Ausrüstung kennen lernen und ausnutzen. Die Kreativität in mir wecken. Mich verbessern. Und mich verbessern.

Im letzten Monat habe ich da meiner Meinung nach kleine Schritte in die Richtung gemacht. Die Aufgabe Verzicht auf Presets zu üben hat wunderbar geklappt!! Zwar kam ich noch nicht dazu, mir eigene zu erstellen, wie ich es vor hatte, aber ich habe schon mal einen Bogen um die Presets anderer gemacht – und die Fotos sind trotzdem größtenteils ganz nett bearbeitet :) Toll finde ich auch, wie mal wieder Bilder dabei waren, die einfach ohne große Bearbeitung am besten gewirkt haben. Meistens verzweifel ich oft erstmal darüber, weil keine meiner Bearbeitungsideen oder gewohnten Ansätze greifen will, aber letztendlich freue ich mich dann wieder … es ist doch auch schön so richtig natürliche Fotos dabei zu haben, die ohne Klimbim und Effekte auskommen :) Außerdem hatte ich mir nach einem stinklangweiligen Drinnen-Bild vorgenommen: Für den Rest des Monats für das Foto die eigenen 4 Wände verlassen oder mich selbst vor die Kamera bringen. Der der Anfang des Monats bis auf wenige Fotos in dieser Hinsicht schon den spontan angesetzten Spielregeln entsprochen hat, hab ich mich sehr gefreut und das ganze auch motiviert in Angriff genommen. Dann wurde das Wetter leider wieder schlechter und gleichzeitig packte mich eine erneute Erkältung, so dass ich das Vorhaben schleifen lies. Eine Schnupfnase will nicht auf ein Foto und schon gar nicht raus in die Kälte. Für diesen Monat will ich das Keine-Presets konsequent beibehalten, das Draußen-Oder-Selbstportrait-Ding zwar vor Augen haben, aber nicht mehr strikt nach dieser Regel arbeiten – nach dem Einbruch jetzt, wäre es denk ich nicht mehr so leicht wieder dort einzusteigen.

Was ich auch noch anmerken wollte ist, dass ich es toll finde, dass ich aktuell wirklich die Bandbreite meiner Objektive ausnutze. Zumindest gefühlt, kamen die meisten Objektive gut zum Einsatz. Makro und Kit zwar etwas weniger, aber sie waren auf jeden Fall auch mit dabei :) Das soll so bleiben!

Also zusammenfassend lässt sich denke ich sagen, dass ich versuchen werde mehr auf diese „Quality Time“ zu pochen, ob diese nun spontan oder unter Planung entsteht. Auch wenn der Anfang des neuen Monats (wir sind ja jetzt schon etwas drin) in der Hinsicht nicht sehr vorbildhaft war… ich werde mein Bestes geben, die zweite Hälfte ist meine Chance!!

Meine Favoriten im März:

[154/365][162/365][164/365][174/365][175/365][177/365][179/365][180/365][176/365][173/365][168/365][156/365]

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Point.

5 Gedanken zu „Sechs Monate und ein Blick zurück

  1. Abgesehen von der Herausforderung, jeden Tag mindestens ein Bild zu kreieren, was ich an sich schon bewundernswert finde. Ich wünschte, ich hätte die Zeit und / oder Muße dazu. Du hast auch im letzten halbes Jahr eine erstaunliche Bandbreite gut umgesetzter Motive und Ideen gezeigt.
    Ich habe gerne zugeschaut. Und werde das auch weiterhin gerne machen.
    LG Michel

  2. na ich würde sagen, das 365 scheint seinen zweck zu erfüllen. am ende wirst du die kamera immer dabeihaben weil du es dir ohne gar nicht mehr vorstellen kannst (;

    • Oh, ich wünschte es wäre so, aber ich glaube nicht. Bis jetzt hat mich das Projekt noch nicht dazu gebracht, die Kamera überall hin mitzunehmen, die meiste Zeit trifft man mich noch ohne und ich gehe eher „gezielt“ mit ihr los.

      Der Point.

  3. Ich finde die Leistung dieses halbe Jahr durchzuhalten schon sehr beachtlich. Noch dazu sind dabei viele gute Fotos entstanden. Dass es zwischendurch immer mal Phasen gibt, in denen nicht alles so rund läuft, wie man es sich wünschen würde, halte ich für normal und menschlich. Es kommt nun mal vor, dass man nicht ständig tausend kreative Ideen im Kopf hat, zu deren Umsetzung man dann außerdem noch hochmotiviert ist.
    Ich bin jedenfalls gespannt, wie es weiter gehen wird und drücke dir die Daumen, dass du das mit der „Quality Time“ umgesetzt bekommst.

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