MüllersSicht: Natürliche Poesie // Eine E-Book-Rezension

Den Blog von Herrn Müller (siehe Blogroll) verfolge ich ja schon seit einiger Zeit. Regelmäßig gibt es dort Fotos zu sehen, die einem oft wie aus einer anderen Welt erscheinen. Denn Herr Müller spielt nicht nur gerne mit sanftem Licht und brillianten Farben, sondern auch mit bewusstem Verwischen, simplen Formen oder sehr geringer Tiefenschärfe. Als auf dem Blog dann nach Rezensenten für sein neu erschienenes E-Book „Natürliche Poesie“ gesucht wurde, habe ich mich sofort gemeldet, denn wer lässt sich schon die Chance auf zusätzliche Fotos entgehen?

Das E-Book kam bei mir als PDF Datei an und besticht als erstes durch das Cover:

Wer jetzt an Gummibärchen denkt, sollte sich den Titel des E-Books wieder ins Gedächtnis rufen: Hier gibt es nur reine Natur zu finden. Und zwar so wie Herr Müller sie im ersten Quartal dieses Jahres empfunden hat.

Es wird berichtet, wie trotz grauem Regenwetter, die Kamera nach einem ruft. Wie man, durch den Sucher blickend, plötzlich so viele kleine Wunder der Natur entdeckt. Wie der Winter plötzlich in all seiner Pracht herein bricht und wie sich dann, bei den ersten warmen Sonnenstrahlen, die Frühblüher tapfer hervor kämpfen. Man kann durch die MüllersSicht richtig verfolgen, wie das Jahr 2012 langsam in die Gänge kommt.

Begleitet werden die Fotos, mit schmalen schwarzen Rahmen und Titel ausgestattet, von den Texten, wie man sie aus dem Blog gewohnt ist: Meist parataktisch, oft poetisch – da fühlt man mit sobald Herr Müller beginnt uns mit den Worten

366 Tage. Zumindest in diesem Jahr. Angereichert mit unzähligen Momenten. Jeder einzelne besonders. Jeder einzigartig. Und in seiner Fülle nicht zu beschreiben. Oder zu erinnern.

in seine Sicht einzuführen.

Etwas verwirrend ist, dass auf das erste, frostig-winterlich anmutende Foto ein Text über „grau in grau“, „Regen“ und „Tristesse“ folgt. Die restlichen Bilder und Texte passen dann aber immer sehr gut zusammen und bemühen sich, in eine andere Welt zu entführen:

So wie ich selbst eher mit einem Lächeln durch den Wald gehe. Trotz tiefster Dunkelheit. Und obwohl die Nächte kürzer und somit das Aufstehen am Morgen früher wird. Aber das nehme ich gerne in Kauf, um mich wie hier mit einer kleinen Krokusfamilie am Waldrand bei Dämmerung zu treffen. Obwohl sie zu dieser Uhrzeit noch ein wenig verschlafen und zugeknöpft erschien. Die Freude über den nahenden Morgen war nicht zu übersehen.

Dies würde sicherlich besser gelingen, würde das Buch in gedruckter Form vorliegen – denn von der hohen Auflösung der Fotos, mit der unter anderem für das E-Book geworben wird, hat man in der PDF und bei Betrachtung am Bildschirmmonitor nicht viel. Denn wer zoomt schon bis auf die 200%-Ansicht, um die frostigen Details auf den Grashalmen studieren zu können? Da guckt man sich die Bilder eher noch in klein an, um dann auf ordentlich die Gesamtwirkung des Bildes beurteilen und den Text ohne zu scrollen lesen zu können. In dieser Ansicht wirkt die Typo dann leider auch nicht gelungen: Irgendwie grob, kantig, eng. Insgesamt schwer leserlich, was der Poesie nicht sehr zuträglich ist.
Auch bin ich kein Fan von dem Layout (eine Hintergrundfarbe, ein farblich abgesetzter Bereich für den Content, der schmale Rahmen um die – im Verhältnis – doch recht kleinen Bilder … in einem Fotobuch dieser Art, erwarte ich irgendwo eine bessere Präsentation der Fotos, großformatiger.

Allerdings lässt sich darüber hinweg sehen, denn neben einigen Fotos, die „ganz nett“ sind, gibt es doch wieder viele, die zu begeistern wissen. Einige davon schon aus dem Blog bekannt, andere nicht.

Eben an dieser Stelle soll das E-Book greifen: Für nur 5 Euro können sich Fans von MüllersSicht das E-Book schicken lassen und erhalten so Zugang zu weiteren Bildern und Texten, die einfach „typisch Müller“ sind.

Mir hat es sehr viel Spaß gemacht mich dort durch zu blättern, doch kann ich für mich persönlich sagen, dass ich – auch wenn 5€ sehr moderat sind – das Geld dafür nicht ausgeben würde.
Dafür zeigt Herr Müller auf seinem Blog zu viele gleichermaßen gute Fotos. Mir ist da unterm Strich einfach zu wenig Neues – denn auch die im Blog zu sehenden begleitenden Texte werden übernommen. Das ist mir insgesamt zu wenig „Ausbeute“, wird so allerdings auch angekündigt, es ist also damit zu rechnen.
Zudem steckt es, trotz mühevoller Aufmachung, in der Internet/PC/Monitor-Schublade und das ist wirklich kein Vergleich zu dem Lese- und Anguckerlebnis, das man bei einem gedruckten Buch haben könnte. Allerdings wäre da die Produktion dann wieder so teuer, dass ich mir das Endergebnis vermutlich auch nicht leisten würde. (Das Dasein als E-Book hat aber übrigens auch Vorteile: Tippfehler lassen sich so wunderbar ausbessern. Toll, dass das nach ein bisschen Kommunikation über E-Mail auch schnell geschehen ist.) Für eingefleischte Fans, die mehr als eine olle Praktikantin wie mich verdienen, aber sicher eine super Sache und da kann ich auch eine klare Empfehlung aussprechen. Das „Beste vom Besten“ so gesammelt auf dem PC zu haben ist ja auch eine nette Sache: Man muss nicht immer im Blog stöbern gehen.

Zum Schluss erzählt Herr Müller übrigens noch etwas über sich und seine Fotografie, und man sieht ihn mal „bei der Arbeit“.
Schön, dass man da noch etwas Hintergrundwissen bekommt und dem Fotografen ein Stückchen näher ist. Vor allem jene, die auch gerne fotografieren (so wie ich) bekommen dabei wirklich Lust mit ihm und der Kameraausrüstung „vor Sonnenaufgang im Wald, an der Küste, im Moor oder wo auch immer in der Natur zu sein“ :) Denn durch ihn wird die Natur zum Schauspiel und jeder Grashalm ein unverzichtbarer Akteur.

Ein ausgelassenes Fest, mit gigantischer Teilnehmerzahl. Und alle wollen nur eins, den Frühling begrüßen.

Der Point.

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2 Gedanken zu „MüllersSicht: Natürliche Poesie // Eine E-Book-Rezension

  1. Pingback: Das neue Buch – Natürliche Poesie 01 | MüllersSicht

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