Flickr Entdeckung #3

Ein Blick auf das Thumbnail dieses Bildes ließ mich an die „Twilight“ Serie denken, ihr wisst schon die Vampir-Lovestory. Ich denke, das lag an der Atmosphäre des Bildes, an dem jungen Mann – dessen Frisur und Gesichtszüge und nackter Oberkörper zumindest auf dem Thumbnail an Edward Cullen erinnerten – der seine Freundin so beschützend hält.  Dieser Ersteindruck ließ mit Blick auf das große Bild etwas nach und seither musste ich auch bei keinem ihrer anderen Bilder an diese Geschichte denken.

Und das obwohl sich das Thema Liebe in Form von Portraits mit ihr und ihrem Freund weiterhin durch ihren Stream zieht.

Darf ich euch vorstellen?

Farbenflut

Ihr Stream ist klein aber fein – offensichtlich landen hier wirklich nur ausgewählte Fotos. Nicht so wie manchmal bei mir, wenn ich einfach alles in den Topf schmeiße ;) Und trotz des eher geringen Umfang des Streams sieht man meiner Meinung nach schon große Fortschritte in ihrer Fotografie, die für die Zukunft noch einiges mehr an tollen Fotos versprechen :)

Das Tollste ist aber: Sie hat sich für ein kleines Interview zur Verfügung gestellt ♥

1. Was lässt dich an der Fotografie festhalten – was macht sie für dich zu etwas Besonderem?

Die Fotografie hat es mit ermöglicht, Gefühle greifbar zu machen. Gefühle festzuhalten und sichtbar zu machen. Das ist wohl das allerwichtigste für mich daran. Die Möglichkeit, das für immer zu verewigen, was ich niemals vergessen möchte, fühlt sich unglaublich an. So habe ich das Gefühl, dass keiner der traumhaften Momente, die ich erlebe , verloren gehen. Durch die Fotografie kann ich das festhalten, was im Leben am wichtigsten ist: Die Zeit. Und vor allem jene Momente, in denen wir glücklich sind. So bleiben sie lebendig und auch wenn viel Zeit vergangen ist muss ich nur das Bild ansehen, um wieder in diesen Moment einzutauchen. Ich kann dokumentieren, was ich selbst als wertvoll empfinde und auch anderen zeigen, wie ich die Welt mit meinen Augen sehe. Ich schaffe mir eine ganz neue Welt voller Gefühl und lasse meine Gedanken und Ideen Wirklichkeit werden.
Mir fällt noch so vieles mehr ein. Im Grunde kann man sagen, dass ich durch die Fotografie gelernt habe zu sehen. Ich erfreue mich an Details und Kleinigkeiten, die meinen Alltag bereichern. Ich beobachte das Spiel der Sonne und wie sie tanzende Lichtpunkte durch grüne Baumkronen wirft. Ich sehe Schönheit in unscheinbaren Ecken, an denen andere nur stumm vorbeiziehen.

2. Du fotografierst gerne Menschen, oder? War das schon immer so? Wer muss für dich als Model her halten?

Am liebsten fotografiere ich Menschen, das stimmt. Ich finde es immer wieder aufs Neue faszinierend mit Menschen zu arbeiten, neue Gesichter und mit ihnen eine neue Geschichte kennen zu lernen. Viele Menschen verzaubern mich außerdem auch mit ihrer Schönheit und Einzigartigkeit – obwohl die meisten total überrascht reagieren und sich selbst nicht einmal schön, oder etwas Besonderes finden – ich fühle mich dann sehr geehrt derjenige zu sein, der diese Schönheit und Ausstrahlung festhalten darf.
Ich habe nicht schon immer Menschen fotografiert. Am Anfang ist das glaube ich normal, dass man sich an Menschen gar nicht ran traut – geschweige denn jemanden zu fragen, ob er sich fotografieren lassen würde. Man hat Angst, dass die Ergebnisse unbefriedigend sind.
Da kann ich nur jedem raten, der Zweifel hat: Traut Euch, Freunde oder sogar Fremde anzusprechen. Jeder, der gefragt wird, wird sich sehr geehrt fühlen und wird sich freuen, da das ja bedeutet, dass ihr denjenigen sehr schön und etwas Besonderes an ihm findet. Kaum einer wird es verweigern, Euch zu helfen, auch wenn es nur um Testbilder geht. Und dann ist man vielleicht sogar überrascht, wie schön die Bilder doch geworden sind.
Mein allererstes „Model“ war eine Freundin von mir – Michelle. Wir hatten damals einfach sehr viel Spaß beim Fotografieren und die Ergebnisse haben uns auch sehr gefallen. Mittlerweile kommen die Mädchen (oder auch Jungs) zu mir. Sie schreiben mich an oder sprechen mich sogar persönlich an. Außerdem liebe ich es, Fremde anzusprechen, die ich besonders finde. Ich kann es im Alltag schon gar nicht mehr abstellen, mich nach solchen Gesichtern umzusehen, ob in der Schule oder in der Stadt. Zudem stehen mir auch sehr viele meiner wunderschönen Freundinnen zur Verfügung.

3. Oft fotografierst du auch dich und deinen Freund. Das sind sehr persönliche Bilder, was empfindest du dabei, wenn du sie ins Internet stellst?


Die Bilder von mir und meinem Freund sind eine Sammlung aus fast drei Jahren tiefen Gefühlen. Auf diese Bilder bin ich mit am meisten stolz und ihr persönlicher Wert für mich ist natürlich unendlich. Wenn ich mir diese Bilder ansehe, fühle ich sofort wieder, was ich in dem aufgenommenen Moment gespürt habe, diese Bilder rufen bei mir so viele wunderschöne Gefühle hervor; Vertrautheit, Geborgenheit und Liebe. Wie ich ja schon sagte sind mir Gefühle in meinen Bildern enorm wichtig und die Bilder von meinem Freund und mir erfüllen dies. Sie zeigen wahre Gefühle und spiegeln unsere Liebe wider.
Zudem versuche ich natürlich erlebte, unvergessliche Momente auf diese Weise festzuhalten.
Früher habe ich oft gezweifelt, ob ich mich wohlfühle, wenn ich solche Bilder ins Internet stelle. Heute denke ich ganz anders. Ich bin sehr stolz auf sie und unsere Liebe. Sie sind etwas wertvolles für mich und ich sehe keinen Grund sie zu verstecken.Ich finde, dass viele Menschen leider zu engstirnig denken, wenn es um Fotografie geht. Es geht doch fast immer um das Gefühl, das vermittelt wird und nicht darum, dass beispielsweise jemand nackt abgebildet ist, oder “fast nichts an hat”. Ein Bild sollte möglichst authentisch und ehrlich sein.
Ich muss auch sagen, dass “unsere Bilder” bewundert werden und es freut mich natürlich unglaublich, von Fremden zu hören, dass sie unsere Bilder etwas Besonderes finden, da es ja sowieso so einen Überschwang an Pärchenbildern gibt.

4. Du zeigst viel Einsatz in deinen Fotos: Passt genau den richtigen Moment für das beste Licht ab, wartest bis es anfängt zu regnen, um deine Bildidee zu erfüllen – du scheinst du kein Motivationsproblem zu haben so wie ich des öfteren, wie machst du das bloß?

Erstmal vielen Dank für Deine lieben Worte!
Ohja, ich glaube für meine Bilder habe ich schon die verrücktesten Dinge getan, ob es darum geht, irgendwo einzubrechen, in der Öffentlichkeit mit wirklich eigenartigen Dingen unterwegs zu sein, oder vollen Körpereinsatz zu zeigen.
Wenn ich eine feste Idee in meinem Kopf habe, tue ich gewöhnlich alles dafür, das auch so hinzubekommen.
Mit meiner Motivation habe ich wirklich selten Probleme, ich mache das auch so, dass ich jeden kleinsten Einfall sorgfältig aufschreibe, sodass ich meine Ideen listenweise abarbeiten kann.
Vielmehr habe ich Zeitprobleme. Ich würde so, so gerne viel mehr fotografieren. Leider nimmt mich die Schule ziemlich ein, oder versucht es zumindest (ich mache nächstes Jahr Abitur) und dann muss ich immer aufteilen, wann ich eigene Ideen verwirkliche und wann ich gebuchte Shootings mache.

5. Möchtest du vielleicht etwas zu den technischen Aspekten erzählen? Welche Kamera und Objektive zu benutzt, wie du die Selbstportraits aufnimmst, dass die Schärfe sitzt und der Auslöser nicht im Bild ist?

Ich benutze eine Canon EOS 1000D. Bis jetzt habe ich nur mir ihr fotografiert, bis auf mit ein paar alten analogen Schmuckstücken.
Man muss wirklich dazusagen, dass es in keinster Weise auf die Kamera ankommt. Ich erinnere mich gut zurück, wie ich selbst noch daran geglaubt habe, dass jemand, der eine sehr teure und „gute“ Kamera hat auch die „schönsten“ Bilder machen kann. Dieses Gerücht hat sich sehr schnell verflüchtigt, als ich ernsthaft mit der Fotografie begonnen habe. Es war kein magisches Licht in meinen Bildern. Die Farben sahen nicht so schön und stimmig aus. Ich hatte keine atemberaubenden Lichtpunkte in meinen Bildern, obwohl ich doch eine ziemlich gute Kamera hatte. Und auch die Emotionen, die ich vermitteln wollte kamen irgendwie nicht so ganz rüber. Jeder, der einmal versucht, ein Bild mit einem Konzept dahinter zu machen wird merken, dass nicht die Kamera das Bild macht.
Zu meinen Objektiven: Ich liebe mein 85mm f 1,8. Damit fotografiere ich die meiste Zeit. Neben diesem benutze ich ein 50mm f 1,4, mein zweiter Liebling. Ich habe noch zwei andere Objektive, die ich kaum benutze. Ein Teleobjektiv und ein Zoom-Objektiv. Ich vergöttere allerdings meine zwei oben genannten Festbrenntweiten.
Zu den Selbstportraits: Ohne Fernauslöser wäre das meiste kaum möglich. Ich schätze, der „Fernauslöser“ ist an dieser Stelle das Zauberwort. Man kann beispielsweise das Stativ platzieren, die Kameraeinstellungen machen und dann eine Schlucht überqueren, oder einen Baum hochklettern. Ohne in 10 Sekunden von Kamera zu Zielort zu eilen (was kaum möglich wäre). Und trotzdem kann man bequem und in aller Ruhe den Auslöser per Knopfdruck betätigen und beliebig viele Bilder machen. Die Schärfe hinzubekommen ist nicht immer einfach. Meistens merke ich mir schon einen festen Punkt, wenn ich durch die Kamera schaue, der fokussiert wird. Dort bewege ich mich dann hin und erhalte meistens die gewünschte Schärfe. Was notfalls auch funktioniert ist, einen Gegenstand dorthin zu stellen, wo man später sein möchte. Dann einfach den Gegenstand fokussieren und sich genau an die Stelle setzen. Das funktioniert sogar ohne Fernauslöser, wenn dieser nicht vorhanden ist.
Den Fernauslöser selbst halte ich meistens sogar versteckt in der Hand. Wenn beide Hände sichtbar auf dem Bild sein müssen, dann stelle ich nochmals auf 10 Sekunden und lege ihn heimlich aus dem Bild.

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Vielen Dank liebe Farbenflut für diese tollen ausführlichen Antworten! Da beginnt es doch glatt in den Fingern zu kribbeln und man möchte selbst wieder los und etwas einfangen :)

3 Gedanken zu „Flickr Entdeckung #3

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