[357/365] Ein Zipfelchen Käse

[357/365]Aus den EXIF: Makro | 100mm | f/3.2 | 0,5s | ISO 100

Eine Feststellung, die ich jedes Mal beim Thema Food-Photography mache ist: Es braucht mehr Ruhe als ich meistens habe.

Food-Photography klappt wahrscheinlich am besten, wenn man extra dafür kocht und in der Shooting-Phase nicht zu großen Hunger hat und zusätzlich noch damit klar kommt, dass das Essen unter Umständen kalt wird.

Es klappt weniger, wenn die Speisen, die du fotografieren willst, vor allem bei den anderen auf dem Teller liegen. Diese anderen haben Hunger und wenig Lust darauf, dass auf dem Tisch erst mal Gläser hin und her geschoben und Teller in die richtige Position gerückt werden. Sie wollen sich nicht mit mir über schlechte Lichtverhältnisse und unscharfe Fotos ärgern; sie wollen einfach essen.

Das eben vorgestellte Szenario hat gegenüber der Situation, in der ich dieses Tagesfoto machte, einen entscheidenden Vorteil: Ob die Schnell-Schnell-Fotos nun was geworden sind oder nicht, vor mir steht immer noch mein eigener Teller, dem ich mich dann widmen kann.

An diesem Abend stand Ofenkäse mit Baguette auf dem Speise- und Fotografenplan. Nur ist Ofenkäse etwas sehr leckeres – vor allem wenn noch heiß. Und meine Mitesser hatten Hunger. Sie haben mich also nicht erst den schönen, krustigen Käsezipfel fotografieren lassen, sondern tunkten fröhlich ein, wobei bei jedem Eintunken der Punkt, den ich fokussieren wollte, verschoben wurde. Als ich dann lieber dazu übergegangen bin, das Baguette zu fotografieren, drohte genau mein ausgesuchtes Stück Motiv mir vor der Nase geklaut zu werden. Ich gab die Food-Photography also fürs Erste auf und wollte dann eben auch mal essen. Leider ist Ofenkäse nicht nur sehr lecker, sondern auch etwas sehr gemeinschaftliches. Keine getrennten Teller führte dazu, dass mir gerade mal ein Stückchen Baguette übrig blieb, das ich mit Feta belegte. Hach ja.

4 Gedanken zu „[357/365] Ein Zipfelchen Käse

  1. Extra kochen wäre wohl wirklich das einfachste, aber dann wäre es ja auch wieder schade ums essen. ^^ Heute hab ich auch gemerkt, dass es nicht so vorteihaft ist essen zu fotografieren, wenn man hungrig ist. Da überwiegt der Hunger einfach.
    Wenn andere dabei sind, fotografiere ich aus genau den von Dir genannten Problemen, nie essen. Dann ist mir das auch viel zu unangenehm, ehrlich gesagt, den Rest nur wegen mir vom essen abzuhalten.

  2. Ich liebe Ofenkäse *.* So lecker.

    Aber hör mal, das sind ja keine guten Manieren. Man wird ja wohl kurz mal ne halbe Minute warten können, dass du dein Foto machst .__. Meine Familie reagiert da inzwischen zwar etwas genervt, aber immerhin kommt vorm Essen jetzt immer die Frage „Und, willst du noch ein Foto machen?“ und sind sehr dankbar, wenn ich verzichte :D

    Den Ofenkäse hab ich übrigens nur erkannt, weil es dabei steht. Die Schärfentiefe ist doch echt heftig klein. Bisschen mehr darf es bei Food Fotografie schon sein, damit man was erkennt. Aber das Bokeh im Hintergrund ist schön :)

  3. Ich fotografiere auch äußerst ungern Essen, wenn andere dabei sind. Finde ich irgendwie auch blöd. Die anderen wollen halt essen und dann finde ich auch keine Ruhe zum Fotografieren. Daher gab es von mir bisher ja auch so gut wie gar nichts in diesem Bereich.
    Zu deinem Foto muss ich sagen, dass ich die Schärfentiefe viel viel zu gering finde. Man erkennt ja wirklich nur, was es ist, wenn man es weiß. Der scharfe Teil sieht ja gut aus, aber insgesamt ist es mir zu abstrakt.

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