Fotomarathon 2013 und anderes

Es war mal wieder soweit: Fotomarathon. Diesmal hat Patrizia offiziell teilgenommen, so dass ich wie letztes Mal wieder nebenher mitlaufen konnte. Das war so geplant, weil ich bei Eröffnung der Anmeldephase noch nicht wusste, ob ich nicht jetzt eventuell schon im Urlaub sein würde. Letzendlich stellte es sich aber auch in anderer Hinsicht als Glücksfall heraus, denn ich habe diesmal nicht durchgehalten.

Aber mal von Anfang an. Nach einer überaus kurzen Nacht setzte ich mich in die Bahn Richtung Hamburg Hauptbahnhof, wo ich Patrizia traf. Von dort aus machten wir uns auf zum „Oh it’s Fresh“-Treffpunkt. Patrizia holte ihre Teilnehmernummer ab und dann mussten wir noch ein gutes Stück Zeit absitzen, bevor wir das Oberthema („Im Wandel der Zeit“) und die ersten Unterthemen bekamen. Aber das war mir nur Recht bei dem Gedanken an das Gelaufe, das während der nächsten 12 Stunden folgen würde.

Das Ziel des Fotomarathons ist es nämlich innerhalb von 12 Stunden 24 Fotothemen abzuarbeiten – in einer vorgegebenen Reihenfolge. Man bekam die Themen immer in Blöcken, sodass man sich zwischendurch an Zwischenstationen einfinden musste, um den nächsten Satz Themen abzuholen. Am Ende soll eine Speicherkarte mit genau diesen 24 Fotos unbearbeitet und in der richtigen Reihenfolge abgegeben werden.

Da ich aber nicht offiziell teilgenommen und ohnehin nicht durchgehalten habe, fühle ich mich auch nicht schlecht dabei die nicht-bearbeiten Regel genauso zu ignorieren, wie die ganzen restlichen und zeige einfach mal ein paar Fotos her :)

Thema 1: Alles wird gut

Da habe ich ehrlich gesagt gleich an die Elbphilharmonie gemacht. So viel Gerede, so viel Ärger, … aber am Ende wird hoffentlich alles gut ;)

elbphilharmonie

Thema 2: Es war einmal

Hier habe ich einfach drauf los geknipst, die Hinterlassenschaften einer Person, die hier „es war einmal“ gesessen hat. Erst etwas später ist mir bewusst geworden, dass es sich ja um Rotkäppchen Sekt handelt. Damit war ich natürlich überglücklich.
rotkäppchen
Allerdings sah ich kurz darauf große Konkurrenz – wir liefen gerade von Altona in Richtung Landungsbrücken als ich diese Bücher entdeckte. Rechts auf dem Boden lagen unzählige Taschenbücher und links gestapelt auf einer Mauer diese wunderschönen Wälzer, die ich dann Patrizia als Themenfoto „überlassen“ habe.

booksbooks

Thema 3: Altes Eisen

Ich war ja eigentlich nicht so richtig motiviert, da ziemlich müde. Aber dass die Ideen mir mehr oder weniger zufielen, gefiel mir doch schon sehr. Wir gingen ja ohnehin gerade den Weg entlang und als ich die Kuppel des Alten Elbtunnels vor mir sah, wusste ich, dass ich mein Altes Eisen dort fotografieren wollte. Einerseits gibt’s da so fiel Metall (was bestimmt Stahl oder so ist, aber egal) und andererseits hat der Alte Elbtunnel ja schon „alt“ in seinem Namen. Und obwohl es einen „neuen“ Elbtunnel gibt, bestaunt man doch gerne noch dieses „alte Eisen“ – also nichts wie hin! Leider trafen wir dort auch umgehend andere Leute, die die Gleiche Idee hatten, das dämpfe die Freude dann wieder etwas ;)

alter elbtunnel

Thema 4: „Aufbruch“

Auch für Thema Nummer 4 war ich recht motiviert. Erst wollte ich zum Flughafen, denn hier hätte man nicht nur besonders stark den Aufbruch betont, sondern wäre mit den modernen Fliegern auch „im Wandel der Zeit“ gewesen. Flughafen hätte aber bedeutet: Eine Stunde reine Fahrtzeit. Und so viel konnten wir uns nicht leisten. Also machten wir uns auf zum Hauptbahnhof, wo wir uns erstmal an das Gleis stellten, wo die Bahnen Richtung Flughafen abfuhren. Da war aber etwas zu wenig Bewegung und ungünstige Lichtverhältnisse, also ging es ein Stockwerk höher, wo folgendes bei raus kam:

depart

Thema 5: Fortschritt

Thema 5 war dann eher eine Notlösung, die mir aber dennoch gut gefiel. Bauarbeiten sind zwar lästig, bedeuten aber hoffentlich meistens einen Fortschritt. Habe dann auch versucht zu achten den Schriftzug „Gleisänderungen beachten“ auf „Änderungen beachten“ abzukürzen und war dann wirklich ganz zufrieden mit der Umsetzung.

under construction

Nebenbei entstanden:

tickets
Thema 6: Déjà Vu

Hier war ich beim ersten Blick auf den Themenzettel wirklich am verzweifeln. Das ist soetwas abstraktes. Immerhin ein Erlebnis, das sich nur im Kopfabspielt und ja auch gar keine Tatsache ist, sondern nur ein Gefühl. Wie sollte man das bildlich festhalten? Dann dachte ich aber relativ schnell daran, dass dieses „Gefühl“ sehr vage, verschommen ist. Und ich daher mit Kameraeffekten spielen wollte. Von dort aus war der Schritt nicht weit mithilfe eines kleinen „Tricks“ ein Doppelbild zu erzeugen, so dass der Déjà-Vu-Effekt noch stärker betont wird. Um beim Oberthema „Zeit“ zubleiben, bot sich eine Uhr natürlich an:

déjà vu

Thema 7: Momentaufnahme

Nach all den guten Ideen war meine Kreativität jetzt offensichtlich ausgeschöpft und ich kupferte plump bei Patrizia ab. Nachdem ich etwas zurückgeblieben war um Objektive zuwechseln (das Tele wurde im Nacken auf einmal ziemlich schwer) war sie nämlich gerade dabei eine Entenfamilie zu fotografieren. Da habe ich mich einfach dran gehängt, konzentrierte mich aber darauf ein bisschen mehr Bewegung im Bild zu haben, um den Effekt des eingefrorenen Moments zu verstärken. Freue mich aber, dass ich die Babyente erwischt habe und auch die Mutti noch im Bild ist, so dass das Oberthema auch noch einmal aufgegriffen wird.

little duck

Nebenbei entstanden:

formation
Thema 8: Im Fluss

Da Patrizia schon ein Bild für dieses Thema im Kasten hatte, sind wir dann schon zur nächsten Zwischenstation gegangen. Dort gab es erstmal (mäßig leckere) Pommes zu essen und wir saßen eine ganze Weile blöd rum. Ich jammerte ein bisschen, dass der neue Themenzettel noch schlimmer aussah als der erste, ich keine Lust mehr hatte, noch nicht einmal ein Bild für Thema Nummer 8 hatte und dafür gerne am liebsten einen uralten Brunnen fotografieren würde. Aber wo gab es sowas!? Patrizia motivierte mich dann schließlich doch dazu aufzustehen und kaum zehn Schritte weiter rief ich auf einmal „Ein Brunnen, ein Brunnen!“ – na, das Motiv war doch etwas besser als Patrizias erster Versuch zu dem Thema, also schloss sie sich mir gleich an und wir fotografierten das plätschernde Wasser aus allen erdenklichen Winkeln. Leider erkennt man den Part „alter Brunnen“ jetzt nicht so richtig aber was soll’s … und da ich nicht richtig mit mache, zwei Bilder zur Auswahl:

refreshmentrefreshment

Und dann war Flaute. Ich hatte keine Lust mehr und war unkreativ. Patrizia fotografierte für das neunte Thema bzw das erste Thema des neuen Fragenblocks („Neuanfang“) eine Blütenknospe, wovon ich zuerst nicht überzeugt war mir aber nach wenigen Minuten wie eine glorreiche Idee erschien, denn mir wollte nichts anderes einfallen. Abgucken war aber auch nicht nochmal drin. Das war ich ja schon bei den Enten nicht ganz glücklich mit, war ich beim letzten Fotomarathon auch nicht, als ich immer öfters Sabrinas Ideen nachmachte und als mir dann nach ner ganzen Weile immer noch keine Ideen kamen, war das glaube ich der Moment, an dem ich aufgegeben habe. Zwar spielte ich noch mit den Gedanken an eine Schmetterlingsraupe und gab mich dann auch mit dem Schmetterling zufrieden…

butterfly

… aber das nächste Thema „Evolution“ und auch die Themen danach (Generationenwechsel, Widerstand, Zeitgeist, Trend, Traditon und Stillstand) ließen mich ratlos zurück. Nach einer Weile Sitzen im Park und Nie-Wieder-Aufstehen-Wollen hatte sich das Thema Fotomarathon für mich echt erledigt. Patrizia war auch schon zwei Themen weiter und hatte jetzt den Widerstand vor der Nase, da hatte ich dann erst recht keine Lust mehr :D Aber da sie auch nicht aufgeben wollte ging es weiter – prompt fiel mir der geeignete „Widerstand“ ins Gesicht, aber ich war ja gar nicht mehr dabei. Patrizia nahm ihn aber mit, sammelte auch Zeitgeist und Trend ein. Und bei Tradition und Stillstand kamen mir wieder super Ideen, denn wir liefen gerade daran vorbei: Kirche und alte Telefonzelle. Klack, klack machte Patrizias Kamera da, während ich faul am Straßenrand hockte und zu nichts mehr fähig war außer mich zur nächsten Zwischenstation schleifen zu lassen und da erstmal ein erfrischendes Getränk in mich reinzukippen während Patrizia über dem nächsten Themenzettel brütete.

Ich überließ ihr dann mein Handy für ein „5 vor 12“ Bild – das Widget einer Zeigeruhr auf dem modernen Smartphone, ziemlich platte Idee, aber immerhin eine Idee – warum werde ich auf einmal so „kreativ“? Revolution, Rauf & Runter, Perspektive, Zeitlos, Entschleunigung, Für die Ewigkeit und Zeit heilt alle Wunden meisterte Patrizia dann auch tadellos, während ich plötzlich immerhin genug Kreativität hatte, um Ideen für Revolution und Zeitlos beizusteuern und sogar genug Motivation, um wenigstens andere Dinge zu fotografieren.

street
underground stationunderground station
door

Mit der Elbphilharmonie hat es angefangen und soll es auch aufhören ^^ mal eine andere Perspektive, fand das mit den Gleisen sehr interessant

elbphilharmonie

Ich bin ziemlich enttäuscht von mir, dass ich aufgegeben habe. Andererseits glaube ich, dass mein Kopf an diesem Tag echt zu leer war und es nichts geworden wäre. Zumindest war die zweite Hälfte des Tages für mich dadurch sehr entspannt, ich saß öfters mal nur so rum, habe die Pausen an den Zwischenstationen und der Entstation genossen und habe jetzt auch überhaupt keinen Muskelkater :D Muss alles positive Seiten haben.

Ich frage mich jetzt nur noch, ob ich nicht einfach kein Fotomarathon-Mensch bin, oder ob ich soetwas mal alleine unternehmen muss. Einerseits gruselt es mich, mich den ganzen Tag alleine durchschlagen zu müssen und keinen rechten Austausch zu haben und andererseits denke ich, dass ich dann vielleicht gezwungen wäre, meiner eigenen Kreativität etwas mehr einzuheizen. Einerseits könnte ich dann nicht abgucken und andererseits wären die Ideen, die ich dann hätte, auch tatsächlich in meinen eigenen Bildern umgesetzt. Na ja, mal gucken, wie ich nächstes Jahr so drauf bin ;)

13 Gedanken zu „Fotomarathon 2013 und anderes

  1. Ich bewundere ja schon die Fotos, die du geschafft hast. Mir wär zu vielen der Themen sicher nichts eingefallen. Prinzipiell glaube ich, dass mir das zu stressig wäre und ich eher so der Typ bin, der frei fotografiert und nicht den Druck haben mag. Mach dir also keinen Kopf, dass du aufgegeben hast – ich kanns verstehen. Wenn man dann noch einen nicht ganz so guten Tag hat, ist das durchaus okay!

  2. also der erste teil der fotos gefällt mir ausgesprochen gut. ich bin auch überrascht, dass diese doch sehr eigenwillige s/w-bearbeitung zu allen bildern passt.
    ich kenne das auch, deswegen mache ich in wien immer nur den halbmarathon. 12 stunden für 12 bilder – das ist eher locker. bei uns ists wieder mitte september soweit, wenn die zeit passt will ich unbedingt wieder mitmachen. als team allerdings. alleine fand ich es total unspaßig.

        • Ja, ich finde auch, diese Alternative klingt gut. Mir würde es aber auch schon reichen, wenn die Themen mich etwas mehr ansprechen würden und sich nicht so wiederholen würde. Dieses mal fand ich waren zum Beispiel sehr viele ähnliche Themen dabei: Tradition/Stillstand, Zeitgeist/Trend, Evolution/Generationenwechsel, Perspektive/Rauf&Runter, …ich meine, das Oberthema „Im Wandel der Zeit“ hat da ja schon Ähnlichkeiten provoziert, du hast halt nur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft mit denen du arbeiten kannst, dass sich da Themen ähneln ist wohl nicht zu vermeiden. Ich habe aber auch manchmal das Gefühl, dass die Leute sich nur Themen ausdenken, die gut klingen, aber nicht überlegen was man da so zu machen kann. Die Tatsache, dass jedes Foto mehrere Kriterien erfüllen muss (Oberthema+Unterthema und im Falle des ersten Fotos auch noch Teilnehmernummer) macht es haalt wirklich sehr schwer.

          • ja, ich kenne das bei uns auch. wir hatten als ich das 1. mal teilgenommen hab einen „bewerb im bewerb“ wo sich 4 (in meinem fall von 12) themen nur um energie gedreht haben. das ist dann fast nicht mehr kreativ umsetzbar oder unterscheidbar und da vergeht einem einfach die lust an der sache. mit den themen an sich denke ich mir das auch. also was wir da zT dabei hatten… ich frage mich oft genug, wie die themenfindung da stattfindet!

            aber ja – für den halbmarathon geht es, weil es einfach in summe weniger stressig ist.

  3. Hallo =)

    Auch wenn das wirklich nach einem anstrengenden Marathon klingt, finde ich Deine Umsetzungen zu einigen Themen wirklich schön. Die Sache mit dem Rotkäppchen gefällt mir, wenn auch per Zufall, so ist es doch sehr passend.

    Besonders angetan haben es mir aber die beiden Brunnenbilder! :)

  4. Schöner Beitrag! Auch wenn du aufgegeben hast ist da keine Schande. Ein Fotomarathon ist einfach ein Belastungstest und unter Zeitdruck Fotos zu einem bestimmten Thema zu produzieren ist wirklich schwierig (wie ich beim Fotomarathon Dresden festellen mußte)
    LG Stephan

  5. Deinen ersten Block finde ich ziemlich gelungen. Aufbruch und Déjà-vu finde ich besonders gut.
    Deine Enttäuschung wegen deiner Aufgabe kann ich verstehen, aber ich war ja auch schon kurz davor, sodass ich glaube, dass ich auch aufgegeben hätte, wenn ich nicht offiziell teilgenommen hätte.

    Es sind dann aber ja auch bei dir noch ein paar gute Fotos entstanden.
    Der Straßenzug z.B. ist wunderschön. Dafür hatte ich irgendwie gar nicht so das Auge. Ich hab halt nur nach passenden Motiven für die Themen gesucht.
    Das vorletzte finde ich auch genial. Das Licht ist auch in Graustufen sehr schön.

  6. Ich bewundere die Bilder, die du geschafft hast umzusetzen. Es scheint, als wären zur richtigen Zeit die richtigen Motive und Ideen vorhanden gewesen. Es passt einfach alles perfekt und auch zueinander. Ich hätte natürlich gerne noch den Rest der Themen von dir gesehen, kann aber verstehen, dass es nicht ging. Ich erinnere mich noch zu gut an meine Marathon-Erfahrung vor ein paar Jahren und wie frustrierend es sein kann, wenn man einfach irgendwo hängt. Wenn man so gute Ideen hatte und sie alle zueinander passen und dann ein Thema kommt, das einen aus der Bahn wirft. Und wenn man erst eine Blockade hat, dann nicht nurfür ein Thema, sondern gleich für die nächsten paar.
    Es wäre wahrschenlich viel einfach, wenn man die Themen nicht in einer bestimmten Reihenfolge machen müsste. Dann würde man einfach Themen nach hinten verschieben und sich auch nicht ärgern, wenn man beim vorletzten Thema plötzlich das perfekte Motiv für Thema Nr. 3 findet. (Oder wie in meinem Fall, wenn man aus versehen, das Startfoto löscht und alles bisher fotografierte unbrauchbar wird). Aber ich kann nachvollziehen, wieso das für das Einreichen und Bewerten der Bilder unmöglich ist.

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