Khon & Amphawa

Einige Tage nachdem ich in Thailand angekommen war, landete auch der erste Grund für mich, regelmäßig das Haus zu verlassen: Der Herr hier ganz links im Bild hatte nämlich ein kleines, aber feines Zimmer in Bangkok bezogen und es waren viele gemeinsame Unternehmungen geplant. Ein (Thai-)Freund von ihm, hatte eine Freundin, die an einer Tanz- und Theateraufführung mitwirkte und so fand ich mich wenige Tage nachdem ich zuletzt dort gewesen war, schon wieder an der Uni, wo das ganze stattfinden würde. Diese Art traditionelle Art des Theaters, bei dem die Tänzer aufwändige Kostüme und Masken tragen, nennt sich Khon und eigentlich gucke ich mir sowas wirklich gerne an, leider hat sich das an dem Abend nur wirklich sehr lange hin gezogen.

Thais halten nicht allzuviel von Pünktlichkeit, die Vorbereitungen waren offensichtlich noch nicht abgeschlossen und so verzögerte sich der Programmstart um einige wesentliche Minuten. Und dann quatschten die beiden ModeratorInnen (Ladyboys in irrsinnig hohen Schuhen) was das Zeug hielt,was für mich leider nur mäßig unterhaltsam war, da ich nur einen Bruchteil der Witze wirklich verstand. Aber dann folgte ein sehr interessanter Programmpunkt und ich wurde ein wenig besänftigt: Auf eine sehr interessante und humorvolle Art wurden uns noch einmal die verschiedenen Charaktere (z.B. Affe, Yak…) vorgestellt. Leider war das noch immer nicht der Startschuss für das eigentliche Stück. Es gab dann noch eine Voraufführung, weiteres Gequatsche und langsam fror ich in der klimatisierten Halle und hatte Hunger.

Dann endlich aber begann – reichlich verspätet – die Geschichte, für die wir eigentlich vor Ort waren. Ich kannte die Geschichte und war also der Meinung, dass ich der Story gut würde folgen können, war gespannt, wie sie von den Studenten umgesetzt wurde. Im Prinzip geht es darum, dass Chalawan, ein großes Krokodil, welches wie seine Artgenossen innerhalb seiner magischen Höhle menschliche Form annehmen kann, die wunderschöne Tochter des Bürgermeisters entführt und sie zur Frau machen will. Kraithong, der Held der Geschichte, bekommt davon Wind und sucht seinen Lehrmeister auf, der ihm einige Zaubertricks an die Hand gibt, mit welchen er die Dame befreien soll. Kraithong macht sich auf zur Höhle und fordert Chalawan zum Kampf heraus, provoziert ihn. Der Hitzkopf kann es nicht lassen, und entgegen der Vorwarnung, dass er den Kampf verlieren wird, wenn er ihn eingeht, stürzt er sich ins Gefecht, stirbt unter der Hand von Kraithong, welcher vom Bürgermeister mit Reichtümern und natürlich einer Hochzeit mit dessen geliebten und nun befreiten Tochter belohnt wird.

Tjaaaa, stattdessen zog sich alleine der Anfang der Geschichte so wahnsinnig hin, dass ich komplett den Faden verlor, an welcher Stelle der Geschichte, wir uns eigentlich befanden. Es wurde nicht nur alles sehr ausführlich ausgebaut, sondern auch auf „modern“ gemacht. Eigentlich finde ich solche klassischen, traditionellen, vielleicht etwas eingestaubten Sachen, die für junge Leute etwas ansprechend aufgearbeitet werden immer ganz nett, so beschäftigen sich vielleicht auch Leute, die es sonst nicht tun würden, mit „alter Kunst“ — tja, aber in diesem Fall habe ich es einfach als völlig übertrieben empfunden.

Es war schon spät, mein Fahrer wartete darauf, mich nach Hause zu bringen, uns war kalt und wir waren hungrig. Also verließen wir vier (ich, Freund, zwei seiner Freunde) das Stück schon vorzeitig, ohne überhaupt den Part derjenigen gesehen zu haben, wegen der wir eigentlich dorthin gegangen sind. Na ja…

Das war jetzt eine sehr lange Einleitung, für einen eigentlich nicht so wichtigen Teil, der nun folgt… aber nun, da ich seine Freunde nun etwas genauer kennen lernen konnte, beschlossen wir zu viert am kommenden Wochenende nach Amphawa zu fahren. Und von hier zeige ich euch nun die Bilder!

amphawaboatshrimp

Wir kamen gerade an, da wurden wir auch schon angequatscht, ob wir nicht eine kleine Bootstour mitmachen wollen. Klar, wollten wir! Für kleines Geld setzten wir uns in ein Boot, in dem sonst auch nur Thais saßen und ließen das Treiben des Marktes hinter uns.

homehome

Wir fuhren an hübschen, alten Holzhäusern vorbei und machten immer mal wieder Halt. Nicht aber in irgendwelchen Touristenfallen, wo sie einem Essen und Souvenirs andrehen wollten, sondern meistens bei irgendwelchen kleinen, schnuckeligen Tempeln. Gut, ein paar Verkaufsstände gab es da auch, aber ein kaltes Getränk nahm man dann auch gerne mal an.

temple

Die Pausen dauerten nie lange und schnell saß man wieder im Boot und fuhr weiter, am Ende landeten wir wieder am Ausgangspunkt.

Dort erkundeten wir den Markt dann noch zu Fuß, was kein ganz leichtes Unterfangen war. Wir waren an einem Sonntag, der Teil eines verlängerten Wochenendes war, dort und dementsprechend voll war es. Es gab kaum ein Vorankommen, man musste aufpassen nicht ins Wasser zu fallen und bei dem Gedränge waren die Temperaturen teilweise doch ein bisschen ungemütlich. Aber es gab so viel zu sehen und zu bestaunen!
amphawa

Aber wir brauchten dann doch noch eine Pause und entfernten uns ein bisschen von dem Getümmel. So saßen wir am Wasser, genossen den kühlen Wind (ich fror dann sogar fast ein bisschen) und zum Abend gingen wir dann wieder zurück und setzten uns erneut in ein Boot: Eine Glühwürmchenbesichtigung wurde angepriesen. Diesmal für deutlich mehr Geld bekamen wir nun auch Sicherheitswesten und fuhren so hinaus in die Nacht. Ja, wir haben Glühwürmchen gesehen, ja, ich war in den Momenten sehr aufgeregt. Aber es waren nicht übermäßig viele (da hatte ich in Bang Pakong schon einmal mehr bestaunen dürfen) und als besonders romantisch würde ich es dank des doch recht lauten Motors auch nicht beschreiben. Aber es war eine tolle Erfahrung und die Nacht war wunderschön. Wir hatten einen tollen Mond, der sich leider aus dem fahrenden Boot natürlich nicht so super fotografieren ließ.

the moonwater and light

Übrigens: Die Aufnahme vom Fluss am Abend als wir unsere Pause machten, ist mit dem Handy entstanden. Habt ihr sicher gleich erkannt, die Bildqualität ist nicht so berauschend. Aber auch das aller erste Bild dieses Eintrags ist ein Handyfoto und hier ist der Qualitätsunterschied, wie ich finde, nicht ganz so groß. Vor allem bei diesem Bearbeitungsstil, neben den anderen s/w Bildern, fällt es kaum auf. Seht ihr das auch so?

Ein Gedanke zu „Khon & Amphawa

  1. Mir ist jetzt ehrlich bei keinem Bild aufgefallen, dass es mit dem Handy entstanden ist.

    Aber erstmal zur Einleitung bzw. zu dem Tanz von dem du geschrieben hast. Diese Masken erinnern mich ziemlich an indonesische Tänze. Ist das die Einbildung des Europäers, der keine Ahnung davon hat, dass das alles so ähnlich ist oder ist es das tatsächlich?

    Zurück zu den Bildern. Die ersten drei gefallen mir am besten. Besonders das zweite ist eine richtig tolle „Street“-Aufnahme. Beim vorletzten Bild finde ich die Silhouetten der Palmen toll, auch wenn die ruhig noch deutlicher hätten sein dürfen. Und das letzte ist so schön abstrakt. Hat einfach was.

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