Chiang Mai

Die letzten Tage hat hier ein ziemliches Durcheinander eingesetzt. Das Semesterende steht vor der Tür, die Uni zieht an. Täglich schreibe ich neue To Do Listen und ziehe Bilanz: Was habe ich geschafft, was nicht, wie viel Zeit bleibt mir eigentlich noch? Momentan habe ich ein Projekt für die Uni am Laufen, von dem ich euch bei Gelegenheit vielleicht noch einmal erzählen werde, und das frisst so viel Zeit, das ist nicht mehr schön. Mein Schlafrhythmus, ohnehin kaum vorhanden, ist völlig zerstört und heute habe ich dann auch so richtig schön verschlafen. Und bei mir ist es ja schon so, dass das Verpassen einer Bahn, die mich normalerweise 10 Minuten zu früh im Klassenraum ankommen lässt, und sei es nur um einen kurzen Moment, mir gleich nur noch die nächste Bahn lässt. Um diese Uhrzeit dann eine, durch die ich dann gleich auch 10 Minuten zu spät bin. Das ist so ärgerlich. Überhaupt gefällt mir Bahnfahren zur Zeit nicht so gut wie eigentlich sonst. Ich habe momentan ohnehin häufiger Kopfschmerzen (sonst fast nie) und nun schlägt mir die schlechte Luft und der hohe Geräuschpegel gleich auf das Wohlbefinden. Ich könnte noch eine ganze Reihe mehr erzählen, aber eigentlich möchte ich gerade Bloggen, um mich an schönere Zeiten zu erinnern: Chiang Mai.

Für die letzten beiden Einträge, habe ich ja einige Tage übersprungen, weil ich für den Rest der Zeit dort nur drei kleine Handybilder für euch habe und jetzt ein bisschen Kreuz und Quer erzählen möchte.

night bazaar

Nachdem wir in Chiang Mai unsere unsauberen Zimmer erkundet hatte, uns mit einer nervigen Bedienung abmühten und dann einige Stunden entspannt am Pool lagen, gingen wir am Abend noch auf den Markt. Dort gönnten wir uns etwas zu essen und während die anderen beiden Mädels sich die Tranvestiten-Show anschauten schlenderte ich mit dem Mann unserer Runde durch die Stände und suchte nach Sachen die man Einkaufen kann. Ja, tatsächlich, ich shoppingfauler Mensch! Ein paar interessante Sachen habe ich gesehen, aber nicht viel gekauft, zu mal mir jedes Mal wenn ich was gekauft wurde, gesagt wurde, ich könnte nicht verhandeln. :D Na ja, passt schon. Ich mach das auch nicht gerne >.< Wir blieben bis der Markt abgebaut wurde und gingen dann ins Bett.

Am nächsten Tag gingen wir zu dritt (wir hatten halt eine richtige Schlafmütze in der Gruppe^^) ein Frühstück auftreiben. In Chiang Mai gibt es da irgendwie nicht so viel. Oder zumindest nicht dort, wo wir lang gelaufen sind. Am Ende haben wir uns vor einem richtigen Ausländerfrühstück wiedergefunden. Für den Preis macht man das auch nur einmal…

Der Tag schritt schnell voran und wir beschlossen, dass die Zeit für keine großen Touren und Aktivitäten mehr reichte. Mit musikalischer Unterstützung von Robin Sparkles holten wir dann auch Nummer 4 aus dem Zimmer. Ziel: Das Einkaufszentrum. Erschwerend war, dass wir an diesem Tag meinen Fahrer nicht zur Verfügung hatten. Wir winkten also ein Tuk Tuk heran und ließen uns auf einen Fahrpreis ein, der im Nachhinein betrachtet deutlich zu viel für die Strecke war. Obwohl der Preis geteilt durch vier noch verschmerzbar war, nahmen wir uns vor, auf dem Rückweg weniger zu bezahlen.

Im Einkaufszentrum ging es erstmal im Food Court essen (wir hatten ein richtig gutes Händchen, unser Essen war super lecker!) und dann trennten sich unsere Wege wieder. Die Mädels gönnten sich ein bisschen Wellness beim Friseur und wir anderen zwei zogen durch Buchläden, ich staubte zwei Plakate mit Thai Konsonanten und Vokalen ab (unserer Klassenraum an der Uni hatte seine verloren und ich wollte was Gutes tun xD) und gingen das halbe Kaufhaus ab. Mir war relativ schnell relativ langweilig, aber ich hatte ja eine nette Begleitung :)

Schließlich trafen wir die frisch frisierten (und teilweise gewöhnungsbedürftig eingefärbten :D) Mädels wieder und gingen noch ein leckeres Eis essen. Das war wegen gewisser Umstände ein höchst amüsantes Erlebnis. Anschließend gingen wir Karten für einen Kinofilm kaufen und schlenderten dann noch bis Filmstart durch das Einkaufszentrum.

Und dann keine zehn Minuten im Film…. liefen mir schon die ersten Tränen :D Wo bin ich da nur reingeraten?? Wir haben den Film „Timeline“ geguckt (auf thai mit Untertiteln :)) und zum Glück wurde es zwischendurch noch einmal witziger. Bis es gegen Ende so traurig wurde, dass meine Freundinnen links von mir genau wie ich zu schniefen begannen. Erst habe ich es gar nicht realisiert, wiel sie so am kichern waren, und ich mich schon fast fragte, was für herzlose Wesen es sind xD aber als ich mich zu ihnen umdrehte und in tränenüberströmte Gesichter blickte und realisierte, dass ich auch so aussehen musste…. uns schüttelte ein Lachkrampf nach dem nächsten :D Es war sehr gut!

Oha, oha, ich merke, das wird hier schon wieder viel Text und der Tag ist noch nicht einmal vorbei. Um Mitternacht rum kamen wir aus dem Kino, der Rest des Einkaufszentrums hatte schon die Läden geschlossen und da standen wir dann nun davor und es gab weit und breit keine Tuk Tuks oder Taxis, die uns hätten fahren können. Ein Anruf in der Taxizentrale brachte auch nur einen unverschämten Preis hervor, den wir nicht bereit waren zu zahlen.

Wir hatten allerdings Glück im Unglück. Ein Songthaew, welches gerade in die entgegengesetzte Richtung fuhr, also aus der Stadt heraus, und aussah als wollte es heimwärts hielt an. Ich ging schnell hin und erklärte unsere Situation. Einen Moment später saß ich auf dem Beifahrersitz, meine Freunde hinten, und ich versuchte irgendwie den Weg zu unserem Hotel richtig weiter zu geben. Keine leichte Sache, wenn man den Weg nicht kennt… aber wir haben es geschafft, der Preis war für die Umstände durchaus akzeptabel und das Bett nahe. Dahin ging es auch nachdem ich einen akuten Anfall von Frustration, Traurigkeit und Ärger überwunden hatte… das war mir in dem Moment irgendwie zu viel Verantwortung (kombiniert mit zu wenig Feedback) auf einmal gewesen.

little waterfall

Der Tag danach war der, wo wir den Tempel besichtigen gingen, im Blumenpark und am Pool entspannten und abends noch einen trinken gingen. Tatsächlich landeten wir am Ende sogar auf der Tanzfläche, bei der man gut und gerne Platzangst bekommen konnte. Zu meinem eigenen Überraschen hielt ich es dort ganz gut aus. Ging aber nicht allen so, und so waren wir auch relativ schnell wieder da runter. Der nächste Tag hielt eine kleine Wanderung für uns bereit: Zum Ziel hatten wir einen mehrstöckigen Wasserfall. Bevor wir den in Angriff nahmen futterten wir aber noch ein paar Melonenstückchen. Der Aufstieg war dann auch super entspannt. Es gab gute Wege, richtige Stufen. Keine Schlamm-Rutschbahnen. Im Gegensatz zum Erawan Wasserfall war der Aufstieg ein Klacks. Wohl auch, weil ich diesmal keine Kamera dabei hatte und nur auf mein Handy achten musste. Wir machten etwa auf der Hälfte des Wasserfalls eine Pause und gingen dann weiter nach oben, wo weniger Leute waren und wir uns auch richtig in den Strom setzten und in die Sonne legen konnten. Das war sehr schön, nur hatte das ganze ein Manko: Kein Essen.

Relativ schnell sind wir also wieder den Abstieg angetreten. Wir gehen ins Hotel und duschen undd machen eine Pause. Abends lassen wir uns in ein anderes Einkaufscenter fahren, wo wir uns in der Pizza Company breit machen. Es gab einige Missverständnisse bei der Bestellung und so hatten wir am Ende viel zu viel zu Essen (zwei ganze Pizzen ließen wir einpacken und nahmen sie mit nach Hause) und mehr Spaß als der ganze Laden zusammen. Wir haben uns echt nicht mehr eingekriegt und am Ende waren wir pappsatt und rundum glücklich :)

beautiful lakeLeider verlief der nächste Tag nicht ganz so glücklich. Wir besuchten die Universität, aber meine Stimmung war so angeknackst, dass ich es gar nicht richtig genießen konnte und das obwohl der See dort wirklich traumhaft schön ist. Viel mehr haben wir dort allerdings auch nicht gesehen. Später am Tag ging es noch kurz Postkarten kaufen und meine Laune sank kontinuierlich und erreichte irgendwann einen Tiefpunkt, dass ich ernsthaft um einen entspannten Resturlaub fürchtete. Ich will gar nicht genauer darauf eingehen,bei einem langen Spaziergang und leckerer Nudelsuppe mit meinem Zimmergenossen ging es mir schon viel besser. Kurz vor dem Schlafen gehen gab es dann sogar noch eine große Aussprache und es stellte sich wieder etwas Hoffnung ein.

Am nächsten Morgen fuhren wir dann auch wieder alle im Auto zurück nach Bangkok, wo wir noch eine Nacht verbringen würden, bevor die Reise weiter ging. Also, für mich ging es natürlich nicht nach Bangkok, sondern zurück zu meiner Oma, wo ich meine Wäsche gewaschen habe und den Koffer neugepackt. Von der Weiterfahrt an einer anderen Stelle später mehr :)

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