[14/365] Blume und Gedanken zum Thema Facebook

[14/365]Aus den EXIF: Makro | 100mm | f/2.8 | 1/30s | ISO 640

Viele von euch machen ja auch selbst Fotos. Und ich bin sicher einige von euch sind auch bei Facebook&co unterwegs. Ich würde gerne mal die Frage in den Raum stellen, wie ihr das eigentlich so handhabt? Die Rechtslage bezüglich der bei Facebook hochgeladenen Bilder kann man ja nun wirklich  nicht als transparent beschreiben. Was für Rechte werden nun an wen abgetreten und was hat das für einen Hobby- oder auch professionellen Fotografen für Folgen? Ich versuche es jedenfalls immer so zu halten nur möglichst wenig „künstlerisch wertvolle“ Bilder hochzuladen und auch dann nicht in voller Auflösung. Ganz will ich nicht drauf verzichten, denn mir gefällt z.B. ein schönes Titelfoto auf meiner Pinnwand.

Ansonsten findet man bei mir eigentlich nur ein paar dokumentierende Schnappschüsse (Tendenz fallend) und Links zum Beispiel auf den Blog, dann mit einer kleinen Miniaturvorschau eines Fotos. Das Ding ist – wer klickt da schon drauf? Auf Facebook sind die Leute ja vorderrangig auch „Facebooker“ und nicht Blogger. Die wenigstens klicken, glaube ich, auf externe Links. Es ist ja wesentlich einfacher bei Facebook das Album anzuklicken, so werden die Eindrücke schnell aufgenommen und genauso schnell sind „Likes“ vergeben. Denke ich daran, will ich zunächst auch und fühle mich wie in einer Zwickmühle, weil ich mich was die Rechte und so angeht ja noch irgendwie unsicher fühle.

Aber wenn ich genauer darüber nachdenke, ist das alles irgendwie doch nicht so erstrebenswert. Ja, eigentlich ist mir das sogar ein bisschen suspekt alles. Klar, da wird man plötzlich dank Facebook als großer Fotograf anerkannt, aber… von wem eigentlich? Von Leuten, die die Bilder eben husch-husch überflogen haben? Meiner Meinung nach sind die Eindrücke nämlich nicht nur schnell, sondern auch nur oberflächlich aufgenommen. Den Eindruck habe ich ja selbst hier auf meinem Blog manchmal. Wenn ich dann mal blogge, gerate ich oft so in Fahrt, dass gleich eine ganze Fotowelle auf euch zu kommt. Eigentlich zu viel, um das auf einmal zu verarbeiten. Denn eigentlich will ich ja, dass meinen Bildern mehr als nur eine halbe Sekunde beim Durchscrollen gewidmet wird. Das kann ja bei der Größe mancher Facebook-Alben nicht hinkommen. Entweder wird sich da nur wie wild über die Pfeiltasten durchgeklickt (und zwischendurch mal auf „Like“) oder nur die Übersicht wird überflogen und dann wird gleich das ganze Album mit einem „Daumenhoch“ versehen. Eigentlich wünsche ich mir eine andere Art der Auseinandersetzung mit meinen Bildern.

Und da frag ich mich an dieser Stelle auch, wie denn so große Alben zustande kommen? Ich erinnere mich noch an so richtige, altmodische Fotoalben. Die hatten immer so ihr Thema „Kind Nr. 1 – von der Geburt bis zur Einschulung“ zum Beispiel und da kamen dann die ausgewählten Stücke rein. Gut, das Fotografieren an sich lief auch schon sehr viel sorgfältiger als in unserem digitalen Zeitalter, aber die Gestaltung der Alben war eben noch mal eine Klasse für sich. Auch heute gibt es ähnliches ja noch heute. Für das Binden von Fotobüchern, sucht man sich auch seine Lieblinge aus. Fürs Scrapbooking erst recht. Und zum Bloggen bemühe ich mich ja auch eine vernünftige Auswahl zu treffen. Bei Facebook scheint bei von vielen Leuten keinerlei Selektion zu erfolgen. Selbst Leute, von denen ich mal behaupte, dass sie wirklich richtig gute Fotografie machen, laden etliche Bilder „doppelt“ bzw nur mit minimalen Veränderungen (ich meine, man kann eine Rose fünfmal fotografieren und fünfal anders aussehen lassen, das ist kreativ und dann bitte auch alle fünf Bilder zeigen – aber was will ich mit fünf Bildern wo die einzige Variation es ist, dass die Kamera zwei Zentimeter nach links geschwenkt wurde?) oder wirklich unspektakuläre Bilder hoch. Wird da denn überhaupt nicht gefiltert? Gegen Langeweile? Gegen ein Absenken des Gesamtniveaus? Das sind ja nicht nur reine Erinerrungsschnappschüsse zur Dokumentation, sondern promoten ja auch irgendwie den Fotografen. Ich meine, im Rahmen meines 365-Projekts lade ich ja auch viel Schrott hoch, aber das ist eben im Rahmen dieses Projekts. Wieso setzt man sich mit seinen Bildern vor dem Upload nicht ein bisschen genauer auseinander, wählt sorgfältiger aus. Ohne Projekt im Nacken, kann man es sich doch erlauben, sich ein wenig genauer auf die Finger zu schauen.

Also: Wie steht ihr zum Thema Fotos/Rechte/Facebook? Was, wie und wie oft findet man eure Bilder auf Facebook und anderen Social Networks?

4 Gedanken zu „[14/365] Blume und Gedanken zum Thema Facebook

  1. Ich lade auf meine private Seite quasi keine Fotos von mir hoch. Da gibts nur Profilbilder oder Header – aber mehr normalerweise nicht. Auf die Blogseite lade ich hin und wieder Bilder hoch, die ich dann gemeinsam mit einem Link zum entsprechenden Blogartikel poste. Prinzipiell lade ich alle Bilder (auch aufm Blog) nicht in Originalgröße hoch – die habe nur ich. Wenn sie jemand haben will kann er/sie mich gern fragen und bekommt sie gegebenenfalls auch. Auf FB ist das ja sowieso nochmal anders – da wird die Qualität ja sowieso Matsch und zusätzlich hat man halt das Problem, dass Facebook halt damit machen dürfte, was es will. Also lieber selten und dann nur ganz klein.

    Fotoalben erstelle ich dort nur mehr mit Instagram-Fotos – die gehören ja eh sowieso irgendwie schon Facebook. Ansonsten hüte ich mich eigentlich davor überhaupt noch was auf FB hochzuladen.

  2. Wow, das Tagesfoto ist richtig toll. *__*

    Mal aus der Betrachter-Perspektive: Ich finde FB Profile/Fotoalben von (Semi)-Profis öde und schaue mir sowas nicht an. Ich habe das Gefühl, dass es meistens auch eh nur der erweiterte Freundeskreis ist, der dort Likes verteilt. Es hat nix mit Auseinandersetzung zu tun, gehts doch im Endeffekt nur darum, dass jeder der viele Likes verteilt auch selbst welche zurück kriegt.
    Eine Präsentierung auf einer eigenen Homepage/einem Blog fnde ich noch immer am besten, das hat etwas von einem „digitalen Bilderbuch“. Klar gibts weniger Kommentare/direkte Zustimmung durch Likes etc. Aber wenn es sie gibt, dann ist es doch ein bisschen „mehr“ als nur ein Klick auf einen Button.

  3. Vorweg: Tolles Tagesbild!
    Zum Thema: Ich lade bei facebook nur vereinzelt „höherwertige“ Bilder hoch, meist aus einer Laune raus. Das sind aber selten Bilder aus Shootings etc. sondern vom Freizeitfotografieren (Blumen, Landschaft etc.). Nicht zuletzt die Rechteverhältnisse bei facebook sind ein Grund dafür. Auf der anderen Seite denke ich mir häufiger „was soll facebook gerade mit MEINEN Bildern machen wollen?!“.
    Ich bin seit einer Weile am Überlegen, mir eine Seite bei facebook zu erstellen. Ich erhoffe mir davon, mehr Leute mit meinen Bildern zu erreichen. Aber dann zweifle ich, ob das wirklich klappt, ob ich das nicht nur wegen des Feedbacks (->Ego) mache und ob ich damit nicht einen Eindruck von mir erwecke, dem ich nicht entspreche (professioneller Fotograf und so). Und dann lasse ich es wieder und freue mich, dass ich meinen Blog habe, wo ich Herr im Haus bin :-).

  4. Hachja…Facebook. Leidiges Thema. Ohne geht es nicht, mit irgendwie auch nicht, zum Thema Facebook und Fotos: Ich bin da inzwischen auch sehr vorsichtig geworden. Während meines ersten 365-Tage-Projekts habe ich ganz am Anfang jedes Bild dort hochgeladen / geteilt, später weniger, aber halt doch immer mal wieder. Inzwischen kommt das nur noch alle Jubeljahre vor und ich frage mich, ob ich es überhaupt noch machen soll.
    Ich frage mich halt auch, wie die rechtliche Seite aussieht, wenn ich meine Bilder auf Flickr hochlade und über die Funktion, die es bei Flickr gibt, dann bei Facebook teile. Anfangs war das dann immernoch nur nen Link, aber ich meine mit großer Vorschau. Inzwischen landen die Bilder dann aber auch auf Facebook in einem Album, weshalb ich befürchte, dass auch die Option nicht mehr „sicher“ ist und so vergeht mir auch jegliche Lust darauf, meine Bilder dort zu teilen.
    Andersherum würde ich aber schon gern ab und zu mal was zeigen. Nur habe ich eben keine Lust, im Zweifel sämtliche Rechte an Facebook abzutreten. Deswegen werde ich da auf jeden Fall auch weiterhin zurückhaltend bleiben und / oder auf Links – auch wenn die wohl weniger Beachtung finden, wer sich dafür interessiert, wird es sich hoffentlich trotzdem angucken – umsteigen.

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