Von unhöflichen Ärzten und langer To-Do-Liste

Gestern habe ich endlich (!) meinen Gang zum Augenarzt hinte rmich bringen können. Das war ja immer ein Großes Drama, denn hier bei uns gibt es keine wirklich kompetenten Ärzte. Und nach meinem letzten Besuch bei einem Augenarzt vor über einem Jahr, als ich die Bekanntschaft mit dem Prinzip der „offenen Sprechstunde“, bei der einfach alle kommen wann sie wollen und man dann ein rammelvolles Wartezimmer (bis hin zu Leuten die vor der Praxis im Treppenhaus auf den Stufen sitzen) antrifft, hatte ich die Nase voll. Kein Augenarzt. Lange nicht. Die ganze Überlegung kam erst wieder auf, als meine aktuelle Brille nach vielen Jahren zu Bruch ging. Sie tat zwar noch ihren Dienst, denn solange die Brille auf der Nase saß, hielt der Bügel auch. Erst wenn sie abgenommen wurde fiel er ab und man musste ihn vorsichtig wieder befestigen. Problem blieb aber weiter, dass es hier keine vernünftigen Ärzte gibt und Zeit für einen langen Wartezimmeraufenthalt oder eine Reise nach Anderswo einfach nicht vorhanden war.

Nach einigem Frust wurde dann aber doch ein Termin bei einem Arzt auf gemacht – einer, der mittlerweile wieder, auf Wunsch vieler, auf Terminplanung umgestiegen ist, und gestern hatte ich ihn dann. NUR wurde mir zuvor gesagt, der Typ da sei richtig blöd, würde einen fix abfertigen, wäre unfreundlich, wäre sogar einmal wegen weißnichtmehrwas angeklagt worden etc.  … Na gut. Hin.

Ersteindruck: Hübsche Praxis, nur für einen einzigen so großen Raum (Empfangszimmer, Flur und Wartezimmer in einem) und für so viele Menschen (es war trotz Terminplanung VOLL) viel zu wenig Fenster. Zweiter Eindruck: Unfreundliche Empfangsdame. Dritter Eindruck: Nicht allzu lange Wartezeiten …. aber, ach mist, das ist nur eine kleine Voruntersuchung. Vierter Eindruck: Extrem lange Wartezeiten. Fünfter Eindruck: Der Arzt scheint doch ganz freundlich. Sechster Eindruck: Aber unhöflich!!! Und zwar sowas von!

Von Ärzten erwarte ich, dass sie beim Betreten des Zimmers auf den Patienten zu gehen und ihm die Handschütteln. Und ich habe noch keinen erlebt, bei dem das nicht der Fall war. Manchmal ist man als Patient schneller und geht auch ein paar Schritte auf den Arzt zu und reicht ihm die Hand. Aber auf jeden Fall wird gegrüßt. Und der Typ? Nichts davon! Kommt rein, knappes „Hallo“ und geht schnurstracks auf seinen Stuhl zu. Äh.. da hatte ich auch keine Chance mehr Höflichkeit zu zeigen, wenn er so demonstrativ an mir vorbei ging, wollte ich ihm auch nicht die Hand unter die Nase strecken. Aber das hat mich schon sehr verwirrt. UND kein Abschied. Als ich fertig war meinte er „Tschüß“ drehte sich zu seinem Rechner um und fing an dort herum zu tippseln. Kein Aufstehen, wieder kein Handreichen. Oh man…. Da konnte ich nur den Kopf schütteln.

Dann, wieder vorne am Tresen, meine Sehstärken wurden dort hin geschickt, ausgedruckt – und müssten jetzt „nur noch schnell“ unterschrieben werden. Das dauerte solange, dass man sich schon wieder ne gute Zeit setzen konnte…

Nun gut. Immerhin habe ich das jetzt abwickeln können. Mit dem Arzt. Natürlich hätte ich einfach zum Optiker gehen können, abe rmeine Eltern haben auf eine ärztliche Untersuchung bestanden. Zum Glück liegt das jetzt hinter mir! Und ich habe vor dem Urlaub noch eine heile Brille. ^^

Urlaub ist nämlich schon in ziemlich genau zwei Wochen. Ahhh!! Und ich habe noch UNGLAUBLICH viel zu tun!

  • Fenster im gesamten Haus putzen, Küchenschränke säubern etc.
  • Adressen, Internetseiten, Fotoprojekte aufschreiben
  • MP3- Player mit Musik füllen, Kameras vorbereiten
  • Diverse Geschenke vorbereiten
  • Die Post aufsuchen, einkaufen
  • Zimmer in einem erstklassigen Zustand hinterlassen, Bett beziehen
  • Schulsachen sortieren
  • Und natürlich: Packen!
  • Nebenbei geben die Lehrer trotz nahender Ferien fleißig Hausaufgaben auf…
  • Ich hab bestimmt etwas vergessen

Der Point.

Für 5,40€ aufgestanden, oder: Das Unding mit Privat und Kasse

Meine Brille ist schon lange etwas lädiert. Kein Wunder. Ich trage sie nun schon, glaube ich, 4 Jahre. Und bin nie sehr vorsichtig mit ihr umgegangen. Nun ist viel von der Farbe abgeblättert, ein Bügel verabschiedet sich regelmäßig und ich muss sie wieder zu recht basteln. Die Macken liegen also ausschließlich im Gestell, ich glaube die Gläser sind noch richtig für mich. Ich habe zumindest nicht das Gefühl, dass meine Sehstärke sich noch weiter verschlechtert hat.

Aber ich wollte eine neue Brille, vielleicht auch Kontaktlinsen. Also erstmal zum Augenarzt. Da traf es sich – irgendwie, dass meine Mutter ebenfalls eine neue Brille braucht, weil sie bereits Augenschmerzen und daraus resultierend Kopfschmerzen hat. Okay – die Augenärzte bei uns sind bisschen scheiße. Die wollen möglichst viel Geld und möglichst wenig Arbeit und sind zu faul für Terminplanung. Sie haben also ihre Sprechzeiten und sagen dann „Kommen Sie einfach vorbei“ … äh ja. Wo das endet durfte ich letztes Mal sehen: Mehr als 3 Stunden Wartezeit, Leute teilweise auf den Fluren wartend!!

Meine Mutter meinte also – stehen wir heute gleich um 8Uhr auf der Matte, wir sind die ersten, dann müssen wir nicht so lange warten. Es wurde etwas später – so kurz nach, weil wir uns einfach nicht aus den Betten kriechen konnten, aber na ja. Wir waren trotzdem die ersten. Und einzigen. Hat zu. Dieser blöde Laden, hat die ganzen Ferien lang zu! Hallo? Unter der Schulzeit bring ich die Zeit aber nicht auf. Zu Hause ruft meine Mutter da an – wir sind ganz überrascht, dass jemand ran geht, nicht nur der Anrufbeantworter.

Uns wird erklärt, dass sie zu haben, ja. Uns wird erklärt, wir könnten doch zu Arzt xyz gehen – ach nein, wird korrigiert, der ist ja auch im Urlaub. Weitere Augenärzte haben wir hier nicht. „Da müssen sie wohl nach Stadt abc fahren!“ Na toll. Aber dann kommt die Spitze des Eisberges: „Dr. wie-auch-immer behandelt hier nur die Privatpatienten!“  Was zur Hölle!? Ja, ich kanns verstehen, dass Privatpatienten bevorzugt wird, aber so krass? Augenärzte in diesem Kaff für 4 Wochen (!) nur für Privatpatienten?

Für mich ist das ja nicht das Problem. Aber meine Mutter darf jetzt wahrscheinlich erstmal Zeit und Geld dafür ausgeben, dass die Ärzte hier nichts taugen.

Eine Jacke konnten wir mir dann auch nicht kaufen, weil wir ja extra so früh los sind, und die Läden noch nicht aufhatten. Also ganz umsonst aufgestanden.

Ach ne, falsch: Wir haben noch 5,40€ beim Bäcker gelassen. Nix umsonst.


Der Point.