Die unerträgliche Leichtigkeit des On-Seins

Es könnte so einfach und so gut sein. Denn ich weiß ja, dass es funktionieren würde, würde ich nur einmal anfangen.
Die Rede ist einerseits von wichtiger Arbeit, die ich gerade in letzter Zeit gerne vor mir herschiebe, wenn’s denn nur irgendwie machbar ist und andererseits vom Lesen, dem Freizeit-Lesen.

Früher gemütlich irgendwo hinchillen, Buch rausholen und loslesen. Fertig und prima wars.
Okay, nein, ich bin ehrlich: Ich habe keine Ahnung, wie ich das früher mit dem Lesen gemacht habe, denn ich habe auch keine Ahnung, wie ich das früher ohne Computer gemacht habe!
Der Computer, Retter in der Not, Helfer und Erzeuger von Problemen aller Art, Erzeuger und dann gleich Helfer von Probl-, ja, ich liebe ihn einfach…ihn und das allzeit fordernde Internet.
Dort lese ich noch heute ganz viel: Flickr, Foren, Review-Seiten, Blogs…
Aber zum einfachen Lesen von Büchern, von denen ich weiß, dass sie mir gefallen werden, komme ich einfach nicht. Und noch schlimmer: Ich langweile mich dann…am Computer, wenn das Buch nur ein paar Meter weiter entfernt liegt.
Okay, dann lieber ’nen Film gucken.

Moment, erinnert der mich nicht an ein Buch?
MÖP! *quietschende Autoreifen*

Die Nuss

Eine Stunde ohne Flatscreen

Nun, genauer gesagt durfte ich mich sogar für eine Stunde und zehn Minuten von dem geliebten Flachmann verabschieden, nutze jedoch die überschüssige Zeit für ein paar stählerne Proben mit meiner Saitenträgerin.

Danach verließ ich sowohl sie wie auch den Flachmann und griff zu meiner digitalen Bildgestalterin, um Goethe die Flammen näher zu bringen. Unbeschadet entstanden so ein digitales Lichtbild sowie ein lilaner Fleck auf dem Tisch.

Goethe führte mich draufhin tapfer und nun auch zahlreich in die Welt der Literatur. Nur gab es nicht nur ihn dort zu bestaunen, sondern auch Kameraden wie Rilke, Kästner, Hesse, Borchert, Grass und der betgagte Vetter Staub. Sie alle zeigten mir, dass unsere heimische Buchsammlung ganz bestimmt nicht von schlechten Eltern ist, besonders da diese doch für den Aufbau gerade dieser verantwortlich waren.

Puh, sehr bald kehrte ich dann innerhalb dieser Stunde zu meinem Flachmann zurück, die Saitenträgerin ruhig stehend neben mir in ihrer Tasche. Ich war beschäftigt, hatte etwas mitgebracht, den Knigge, das scheinbar interessanteste Buch einer Literaturoase mit Staub.

Und jetzt? Jetzt sitze ich dem Flachmann doch wieder gegenüber und berichte, kann sagen: Er hat mich wieder.

Die Nuss