Malerei

Verzauberter Alltag.
Gerade in einem Film wie „Die fabelhafte Welt der Amelié“ ist das wohl der größte Streitpunkt überhaupt. Hier wird über das gestritten, was bestimmt auch gerne gedacht wird: Entweder ist diese Magie-im-Alltag-Sache schön und wichtig oder idiotisch und illusionär. Geht manchmal auch dazwischen. Ich tendiere aber zu Ersterem.

Ich mag den Gedanken, nicht einfach ab und an Kunst zu machen und ansonsten einen ewigen Alltag zu leben, sondern stattdessen beides zu verknüpfen. Sehr romantisch*, ja. Ich find’s sehr imponierend.
Es kann bedeuten: Über sein Leben philosophieren, seine Lieblingsgerichte mit dem Knipser porträtieren, eine echt schräge Filmidee in sein Leben übernehmen, zu allem ’nen Song im Kopf haben, immer wieder Tagträumen und am Besten niemals Langeweile, immer wieder spontan, immer Eins mit dem, was einen sonst nur manchmal beflügeln würde.
Kleine Momente wie das Entdecken eines Bentos im Rucksack, wenn sonst alles grau glotzt. Und dann mit dem Grau zusammen glotzen, und drüber lachen.

Zuckerwatte dämpft den Fall?
Zuckerwatte macht den nützlichen Zahn kaputt?

Wenn ich wen treffe, der Kunst in sein Leben lässt und das muss gar nicht plakativ sein, freut mich das. Ich find’s toll. Leider bleibt es bei mir selbst eher beim Erfreuen und weniger beim Tun, aber es ändert sich bisweilen und manch einer darf sich schon an idiotischen Träumereien, etwa in Zeichnungsform, stören. Denn im Kopf findet sich immer wieder was Neues: Kopfmalerei.

Und ihr? Esst ihr gerne Zuckerwatte? Auch am Arbeitsplatz? Und sind euch eure Zähne trotzdem wichtig? Habt ihr überhaupt Angst um sie?

Die Nuss

*nach dem Programm der literarischen Epoche der „Romantik“ (das Leben als Kunstwerk)

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Schau her, Deine Kunst!

One of the things that I always find extremely difficult, when a picture’s finished, is when a writer or a film reviewer asks, Now, what is it that you were trying to say in that picture? And without being thought too presumptuous for using this analogy, I like to remember what T.S. Eliot said to someone who had asked him — I believe it was about The Waste Land — what he meant by the poem. He replied, I meant what it said. If I could have said it any differently, I would have.

Dieses Zitat von Regisseur Stanley Kubrick („2001“, „Clockwork Orange“) gab mir den Denkanstoß zu einer Sache, die mir doch immer wieder begegnet: Wie geht man mit Fragen zum Sinn der eigenen Kunst um?
Wie viel soll man verraten, ohne dabei irgendetwas kaputt zu machen? Wie weit soll man gehen? Soll man überhaupt gehen, irgendwem entgegen?

Ich habe dem gegenüber eine eher ambivalente Meinung.
Einerseits liebäugele ich sehr mit dem Gedanken an den Künstler, der nichts, aber auch gar nichts preisgibt und genussvoll zusieht, wie andere ihre (natürlich subjektiven) Auffassungen zur Interpretation seiner Kunst verwenden, dabei eventuell sogar in heftige Kontroversen untereinander geraten.
Ist das denn nicht das, was man schließlich will? Die Leute zu eigenem Denken bewegen? Eine Eigendynamik der Rezeption in Gang setzen.
Andererseits halte ich es ebenso für reizvoll, dem Gegenüber zu zeigen, welche Prozesse hinter dem Werk stattfanden, welche Gedanken dazu führten, welche eigenen Erfahrungen dahinter stehen. Mit ihm dann darüber reden, sich austauschen. So ließen sich ja auch Möglichkeiten eröffnen, gemeinsam noch effizientere Wege zu finden, die Gedanken kreativ zum Ausdruck zu bringen.

Vielleicht bleibt es ja beim Mittelweg: Wenn dann mal berühmt, dann gegenüber der Öffentlichkeit ein Schweigen mit Lächeln. Wenn dann immer noch wirklich gemocht, mit den echten Freunden persönlich über die Werke reden. Egoboost und Ventil zugleich.

Bis sich wer ausgenutzt vorkommt und selbst Ventil wird…

Die Nuss

Gemalt


Vor einiger Zeit habe ich mal zwei Bilder gefunden die ich vor ca. 3 Jahren gepinselt hatte. Der Baum ganz rechts war mein erster Versuch, der Baum in der Mitte mein zweiter. Dann habe ich das Malen aber abgebrochen. Jedenfalls hat mich die Motivation wieder gepackt, als ich die zwei Bäume in den Händen hielt. Der Plan war eine Baumsilhoutte vor einem Nachthimmel zu haben mit dem Mond und vielleicht einem Vogel im Hintergrund. Allerdings habe ich es total vermasselt – komplett aus der Übung :D Hätte ich mir doch zuvor mal meine eigene Anleitung wie ich den mittleren Baum gemalt habe durchgelesen. Ich hab nämlich quasi wieder von Null angefangen und einen schrecklichen und viel zu dunklen Himmel gezaubert – da hat man die Baumsilhoutte gar nicht drauf erkannt. Auch beim zweiten Versuch erschien mir der Himmel zu dunkel um einen Kontrast zu den feinen Ästen zu bilden bzw. hätte das Bild insgesamt einen zu dunklen Eindruck gemacht. Deswegen die Hoffnung mit dem Mond das Bild etwas aufzuhellen – und eine schöne Eulensilhoutte, weil es so das klassische Bild ist :D

Der Point.