Glücksaufsatz

Im Deutschunterricht nehmen wir momentan so ziemlich alle (na ja, aber fast!) Werke von Kleist durch.  Das ist ziemlich blöd, weil ich bisher noch keines seiner Sachen ganz gelesen habe (weil er keine genauen Arbeitsanweisungen gibt) und auch noch keine Lektüre zu ihm habe und die auch erstmal nicht lieferbar ist und ich in einer Woche mal gucken muss.

Momentan bin ich folglich also sehr still im Unterricht. Deswegen und weil mir die ganze Unterrichtsart nicht zu sagt. Das ist kein Deutsch, das ist ein DeutschPhilosophieMix und obwohl ich Philosophie an sich sehr gerne mag, kann ich das in dieser Kombination überhaupt nicht. Einfach mal drauf los plaudern über Charaktere (die man nicht kennt, nicht mag etc) und dabei ignorieren das genau das gleiche zwei Minuten vorher bereits in abgewandelter Form gesagt wurde ist einfach öde. Noch dazu hat man immer das Gefühl es ist alles gesagt und dann kommt jemand der um tausend Ecken gedacht hat und der Lehrer sagt „Ganz klar! Notiert euch das! Ja? Ganz wichtig!“ in dieser Stimme die er immer benutzt um diese Worte zu sagen (die du übrigens mindestens 20mal am Tag hörst, vor allem weil anschließend eine Meinung kommt die genau gegenteilig zu dem ist, was davor gesagt wurde und dann kommt „Natürlich, ganz klar! Da haben Sie Recht! Notiert euch das!“

Und dann kriegen wir oft keine genauen Arbeitsanweisungen bis auf „Analysiert dies, analysiert jenes“ oder „Erzählstrategie!“ und immer „zu zweit, zu dritt, zu viert“ (und wenn du dann nicht mindestens zu dritt mit jemandem arbeitest gibt’s Ärger – am besten wäre nämlich zu fünft!) …

Deutsch war mal mein bestes Fach….

Jetzt nicht mehr.

Und übrigens. Die heutige Hausaufgabe: Einen mindestens vier Seiten langen Glücksaufsatz schreiben der besser ist als der von Kleist.

Der Point.

Advertisements

Ein Deutschlehrer zum Aufregen

Ich muss mal wieder bisschen über meinen Deutschlehrer lästern:

In den Herbstferien meinte er zu uns, wir müssten uns uuuunbedingt schon mal unsere Kleist-Lektüre kaufen! Hab ich nicht gemacht, war auch nicht so schlimm, er hat da auch nicht weiter erwähnt.

Jetzt fangen wir das Thema an, werden für die Hausaufgaben auf Kleist.org geschickt – wo man sich die ganzen Werke auch runter laden und ausdrucken kann. Hätte er das nicht vorher anmerken können?

Das Ding ist nun: Er hats ja nicht vorher angemerkt, erwartet jetzt aber trotzdem von uns, dass wir die Sachen bei uns am heimischen PC ausdrucken. Was das soll? Ich weiß es nicht.

Immerhin drucke ich gerade  ich 8 Seiten „Aufsatz, den sichern Weg ins Glück zu finden“ aus… Wofür bezahlen wir jedes Halbjahr Kopiergeld?


Der Point.

Denkbar schlechte Voraussetzungen

Uns fehlen mittlerweile 9 Doppelstunden im Unterrichtsfach Mathematik um unser neues Thema zu üben. Wie kommts?

Wir haben eine Arbeit geschrieben, das hat schon mal eine Dpppelstunde in Anspruch genommen (1), daraufhin war die Lehrerin eine Woche nicht in der Schule, da ging am Dienstag die zweite (2) und am Freitag die dritte (3) Doppelstunde drauf. Eine Doppelstunde wurde für die Rückgabe der Arbeiten und zur Besprechung dieser verwendet (4). Leider fielen die auch nicht so toll aus – das Beste waren fünf Punkte! – und so haben wir die nächste Doppelstunde noch einmal den Stoff wiederholt (5) schließlich wollte die Arbeit nochmal geschrieben werden, dabei ging die nächste Doppelstunde flöten (6). Danach war sie wieder eine Woche nicht da, also: Am Montag die siebte Doppelstunde weg (7) und am Freitag die achte (8). Heute bin ich trotz starker Erkältung wegen Mathe in die Schule gegangen, wir haben bis zur nächsten Arbeit nicht mehr viel Zeit, ich möchte nichts verpassen. Und was erfahre ich? Mathe fällt aus! Wir wären also bei neun (9).

Uns bleiben noch 2 Doppelstunden bis zur Arbeit. Wir haben mit dem Thema gerade erst angefangen: Mit großen Hin und Her haben wir den Begriff „Integral“ hergeleitet. Und dann Hausaufgaben bekommen: Macht die Aufgaben da im Buch, aufleiten, aufleiten, aufleiten! Wir haben keine dieser Aufgabentypen zuvor geübt.

Eigentlich würde ich am Dienstag Mathe wegen des Unitages verpassen, aber ich werd’s so einrichten müssen, dass ich trotz Befreiung Mathe besuche bevor ich mich in die Bahn setze. Denn schließlich, wäre es jetzt sehr ungünstig zu fehlen. Die Lehrerin wird ihren Stoff durchziehen müssen, damit wir überhaupt etwas haben worüber wir die Arbeit schreiben können.

Und wir Schüler haben dann natürlich den Stress. Es würde mich nicht wundern, wenn diese Arbeit genauso schrecklich ausfallen würde wie die ersten.

Und dann wundert sich noch einer über schlechte Noten?

Der Point.

Schulstress

Die Herbstferien in Niedersachsen beginnen am 5.10 – und zuvor kriegen wir den Schulstoff schon einmal gründlich um die Ohren gehauen und die ersten Klassenarbeitsergebnisse vorgelegt. Und diese Zeit überfordert die meisten Schüler.

Mittlerweile bekomme ich mit, wie reihenweise Schüler ein paar Stunden schwänzen um daheim mehr Zeit zu haben, für die nächste Klausur zu lernen oder ein Referat vorzu bereiten. Ich höre von Nervenzusammenbrüchen die in Weinkrämpfen endeten, weil der Stoff nicht verstanden wurde. Ich selbst, mache jeden Tag mehrere Stunden Hausaufgaben und lerne im Anschluss noch für diverse Klausuren. Abends falle ich dann ins Bett und bin, sofern ich nicht aufpasse, nach wenigen Sekunden eingeschlafen. Auch morgens komme ich kaum aus dem Bett und in der kleinen 5-Minuten Pause lasse ich vor lauter Müdigkeit den Kopf auf meine verschrenkten Arme sinken und schlafe beinahe ein.

Eigentlich sollten wir bis zu den Herbferien zusätzlich zu all dem Stress noch eine 5 seitige „Mini-Facharbeit“ für das Fach Deutsch über die deutsche Sprache schreiben. Wir hätten noch eine Woche gehabt und bisher hat keiner aus meinem Kurs sich ernsthaft um diese Aufgabe bemüht. Als wir uns heute beschwert haben, wir würden es zeitlich einfach nicht schaffen, hat er Gnade walten lassen und gesagt, wir können es auch noch über die Herbstferien einschicken. Jubel! Er zeigt menschliche Züge!

Stattdessen hat er uns nun aber eine weitere Textgebundene Erörterung aufgegeben in die wir ebenfalls mindestens 3 Stunden investieren sollen. Großartig. Wirklich großartig.

Der Point.

Unterlassene Hilfeleistung

Eine Freundin ist zur Zeit nicht in der Schule, sie hat ihre Gründe und ist von der Schule beurlaubt. Wir nehmen ihr immer fleißig alle Arbeitsblätter mit damit sie alles nach lernen kann, denn sie hat natürlich dennoch vor die Schule zu packen. Die Lehrer zeigen alle Verständnis, auch wenn sie nicht genau wissen was los ist. Manchmal muss ich sie darauf hinweisen „Ich hätte gerne zwei Blätter! Ich muss noch eins mitnehmen.“ Dann nicken sie und zupfen sie noch ein Blatt vom Stapel und reichen es mir.

Ein Lehrer macht da nicht so ganz mit.

Einmal habe ich vergessen beim Rumgeben der Arbeitsblätter noch ein zweites runter zu nehmen und habe dann noch nach gefragt: „Haben sie noch ein Blatt? Ich bräuchte noch eins für meine Freundin.“ Da meinte er, mir erst einmal eine Standpauke halten zu müssen, nein, er hätte keins für jemanden der ohnehin nicht an seinem Unterricht teilnimmt und lernen will blablabla. Da habe ich das noch hingenommen, auch wenn ich doch sehr verärgert war, schließlich ist besagte Freundin nicht auf eine Spaßveranstaltung verschwunden.

Am Mittwoch haben wir eine Klausur geschrieben, nach der Klausur möchte ich mir gerne noch ein Aufgabenblatt abholen, für sie als Lernmaterial. Ich frage: „Haben sie noch ein paar Arbeiten?“ und sehe dabei auf den stattlichen Stapel an Aufgabenzetteln, nicht übermäßig viele aber doch… ausreichend. Findet auch er: „Ja. Warum?“ „Für meine Freundin.“ „Also, ne!“, sagt er dann und zieht seinen Karton mit den Arbeiten weg. „Aber Sie haben doch noch so viele!“ Und dann hält er mir wieder eine zusammen gepuzzelte Standpauke, denn er redet zwar wie ein wütender Wasserfall aber irgendwie ohne sinnige Argumentation. „Die brauche ich noch für was anderes!“ So viel dazu. „Sonst muss ich die Zettel aber kopieren, und ich hab sie doch auch schon beschrieben…“ „Muss sie sich die selbst kopieren!“ Uff, da war ich schon echt wütend. Das ist doch einfach nicht fair. Also will ich einfach, während er sich bereits anderen Dingen zu gewendet hat nach ein paar Zetteln greifen. Zieht er mir die Schachtel weg, „haut“ mir dabei auf die Finger, fängt eine weitere Standpauke an „Jetzt lassen Sie! Nein lassen Sie! Gehen Sie jetzt!“ Zieht die Schachtel gänzlich beiseite und winkt mich davon. Wieso will er nicht helfen? Es würde ihm doch keinen Nachteil bringen.

Über so viel Ungerechtigkeit müsste man weinen oder zumindest einen Faustabdruck in der Wand hinterlassen.

Der Point.

Wie schreibe ich…

…eine Erörterung? Ich bin sicher, die Frage stellt sich jede Klasse immer aufs Neue wenn der Lehrer oder die Lehrerin  ankündigt „Das Thema der nächsten Klassenarbeit wird eine Erörterung sein!“ Dann wird gequengelt und gejammert, sich beklagt und gebeten das Ganze noch einmal erklärt zu bekommen. Und das obwohl innerhalb der ganzen Schullaufbahn sicher bereits mindestens 3 Erörterungen geschrieben wurden. Aber schließlich verlangt auch jeder Lehrer etwas anderes. Klar, dass man da verwirrt ist.

Da stellen sich Fragen wie: Muss mein Einleitungssatz wirklich ein Einleitungssatz sein oder gehen auch zwei? Wie formuliere ich meinen Übergangssatz? Ist doch doof wenn nach „Im Folgenden untersuche ich…“ erst einmal eine Inhaltsangabe folgt! Wie bringe ich es fertig, dass die Inhaltsangabe lang genug aber nicht zu lang ist? Schließlich will ich mich ja im Analysen-Part nicht ständig wiederholen usw.

Das kann mitunter ganz schön anstrengend sein, besonders wenn die Lehrer so stur sind und auf Fragen einfach antworten: „Sie werden doch jetzt nicht etwa unsicher??“ und das Ganze dann abhaken.

So wie meiner. Dabei dachte ich bisher immer, ich kann sowas.

Der Point.